Aufsatz 
Über die Schulen für allgemeine Volksbildung / J. Hehl
Entstehung
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Ueber die Schulen für allgemeine V Rebildung. eriunirze S595

Obwohl die Schulen unaufhörlich und aus allen Kräften zur Fortbildung der Menſchheit wirken, ſo iſt dennoch das Publikum durch die Schulen nicht zufrieden geſtellt, ſo daß ein ununter⸗ brochener Kampf auf beiden Seiten geführt wird. Daher das unaufhörliche Rütteln an den Schulen, ſelbſt an ſolchen, denen ein beſtimmter Organismus vorgeſchrieben iſt. Wenn auch bei dieſen das Schwanken äußerlich nicht ſo leicht wahrzunehmen iſt, ſo findet ſich daſſelbe dennoch im inneren Organismus ſelbſt. Die einzelnen Lehrgegenſtände rivaliſiren mit einander, der eine hält ſich durch den anderen beeinträchtigt. Vieles hiervon liegt ſicherlich in der Perſönlichkeit der Lehrer; aber da die Erſcheinung allgemein iſt, ſo muß man vermuthen, daß derſelben etwas Objectives zu Grunde liege. Um hierüber ſicher urtheilen zu können, muß man auf der einen Seite den Entwickelungsgang der Unterrichtsanſtalten, die Anſprüche des Publikums an die⸗ ſelben, und die Art, wie die Schulen dieſe Anſprüche für ſich formulirt haben, kennen, und auf der anderen Seite unter⸗ ſuchen, ob die Anſprüche, welche man an die Schulen macht, zu billigen und zu erfüllen ſind oder nicht. Erſcheinen dieſe Anſprüche ſtatthaft, ſo kann noch in der Formulirung der Auf⸗ gabe durch die Schule ein Fehler liegen; ſind dieſelben nicht ſtatthaft, ſo muß die Schule ſich unabhängig halten, und einen höheren Standpunkt einnehmen. Bei Unterſuchungen dieſer Art kreuzen ſich die verſchiedenſten Anſichten, und über dieſe kann nur durch Erfahrung entſchieden werden. Als Eingang zu den darauf folgenden Schulnachrichten habe ich mir vorgeſetzt, zu unterſuchen, ob das Schwanken der Lehrpläne in den Schulen für allgemeine Volksbildung in der Natur der Sache liege und 1*