Aufsatz 
Darstellung und Erklärung der inneren Einrichtung der höheren Gewerbschule / J. Hehl
Entstehung
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das Inſtitut, wenn die Einrichtung erfolgen ſollte, den für die Schüler derſelben nöthigen neueren Sprachunterricht über⸗ nimmt. ¹4)

¹1⁴) Da die Aufnahme mit dem erreichten 15ten Lebensjahre erfolgt, ſo können die, welche ſich dem Kaufmannsſtande widmen, nur zwei Jahre die Schule beſuchen und müſſen nach dieſer Zeit der Natur der Sache nach in das Leben treten, um in demſelben das wirklich techniſche ihres Berufes zu erlernen. Zwei volle Jahre ſind aber dazu nöthig, einem jungen Menſchen von 15 Jahren und guter Vorbildung eine klare Anſicht über das Wiſſensnöthigſte ſeines kaufmänniſchen Berufes zu verſchaffen oder bei ihm die Markſteine ſeines Faches zu ſetzen und die Gipfel in demſelben zu Lichtpunkten auszubilden, von denen aus er ſich orientiren und ſein Urtheil ſich ſchärfen kann. Sollen die Sprachen in den Kreis des Unterrichts gezogen werden, ſo kann die geſtellte Aufgabe nicht in zwei Jahren gelößt werden. Da dieſes aber nach der Natur des menſchlichen Geiſtes, um noch zur Betreibung des practiſchen Geſchäfts befähigt zu werden und nach den Verhältniſſen der äußern Welt geſchehen muß, ſo können, wenn der Sprachunterricht eingeführt wird, bei den Zöglingen keine feſten Punkte, die als Hochlichtpunkte bei ihm erſcheinen und an die ſich ſeine Urtheile beſtimmt, feſt und nach der Außenwelt ſcharf erſcheinen, entwickelt werden, ſondern der Zögling wird vielmehr in Allem unſicher werden, ſein Urtheil gleichſam als eine Modeſache ſich nach dem Geſchrei der Welt modificiren, wes⸗ halb ihn dann auch der Staat in wichtigen Verhältniſſen nicht um ſein Urtheil fragen kann. Um alſo die, welche ſich dem Kaufmanns⸗ ſtande widmen, geiſtig auf ſich ſelbſt zu ſtellen, den Glauben auf die eigene Kraft in ihnen zu begründen und in ihnen eine Scheu zu erregen vor jenem vielwiſſenden Reden ohne Gedanken, welches den geiſtigen Verkehr zerrüttet, wie das Papiergeld ohne Werth⸗ verſicherung dem Gewerbweſen ſchadet, übernimmt die Schule den Sprachunterricht nicht und überträgt ihn dem beſten Lehrer, einem Hauslehrer, genannt das Bedürfniß.

Auch bei der commerziellen Abtheilung wird alſo daſſelbe Princip wie bei der techniſchen befolgt und iſt auf folgende Grundge⸗ danken baſirt.

Um ſich eine allgemeine Bildung neueſter Façon zu verſchaffen, muß man nicht alles gerade durch einander treiben, ſondern man kann das eine oder andere vorher treiben und nachher das minder Wichtige oder Wichtigere folgen laſſen, wenn man nur dafür ſorgt, daß das Verſtändniß nicht leidet.