Aufsatz 
Über Konzentration des Unterrichts
Entstehung
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für das Lehramt an Höheren Mädchenschulen. Nach einjährigem Aufenthalte in Frankreich erhielt sie im Herbste 1900 die Erlaubnis, an unsrer Anstalt einzelnen Unterrichtsstunden als Hospitantin beizuwohnen. Von Herbst 1901 an war sie bis zu ihrer provisorischen Anstellung als Vertreterin des erkrankten Frl. von Cordier bei uns verwandt. Der Ausbau des Seminars machte ferner die Errichtung zweier Lehrerstellen notwendig, die zunächst provisorisch, im Laufe des Schuljahrs aber noch definitiv besetzt wurden, und zwar mit den

Herren Oberlehrer Dr. Waas und Lehrer Zimmermann.

Dr. Christian Waas, geboren zu Friedberg i. W. am 1. Februar 1874, besuchte zunächst die Schulen seiner Vaterstadt und das Ludwig-Georg-Gymnasium bezw. das Neue Gymnasium zu Darmstadt. Nach bestandener Reifeprüfung widmete er sich von Ostern 1892 bis März 1896 auf den Universitäten zu Heidelberg, Berlin und Giessen seinem Berufsstudium und legte alsdann die Staatsprüfung für das höhere Lehramt ab, wodurch er sich ein Zeugnis ersten Grades erwarb mit der Lehrbefähigung für Deutsch, Geschichte, Französisch und Lateinisch. Sein Probejahr verbrachte er an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt, wo er gleichzeitig Mitglied des pädagogischen Seminars war. Nach seiner Promotion in Giessen diente er 1897/98 als Einjährig-Freiwilliger im II. Grossherzoglich Badischen Grenadier-Regiment No. 110 zu Heidelberg und fand dann verschiedentlich im hessischen Schuldienste Verwendung, zuletzt an der Realschule zu Alsfeld, bis er durch Allerhöchstes Dekret vom 5. April 1902 zum Ober- lehrer an dieser Anstalt ernannt wurde. Seit dem 7. April 1902 ist er an der Höheren Mädchenschule und dem damit verbundenen Lehrerinnen-Seminar zu Mainz tätig, woran er am 21. Juni definitiv angestellt wurde.

Peter Zimmermann, geboren am 22. November 1874 zu Gimbsheim, besuchte zuerst die Volksschule zu Heppenheim und darauf in Alzey die Realschule, um sich dann auf dem Grossherzoglichen Lehrer-Seminar daselbst für seinen zukünftigen Beruf vorzubereiten. Nach bestandener Seminarprüfung(Ostern 1894) war er zunächst ein halbes Jahr an der Privatschule zu Dürkheim a. H. tätig, dann, von Herbst 1894 an, zu Steinbuch im Odenwald an der Volksschule. Seiner Militärpflicht genügte er im Herbste 1895 und war dann späterhin noch mehrmals einige Wochen einberufen. Ostern 1896 wurde er mit der Verwaltung einer Lehrerstelle in Michelstadt betraut, und dann, nachdem er im Herbst desselben Jahres die Schlussprüfung bestanden, erfolgte am 18. Mai 1901 seine definitive Anstellung an der Volksschule zu Michelstadt. Durch ministerielle Verfügung vom l. April 1902 wurde ihm die Verwaltung einer Lehrerstelle an der hiesigen Höheren Mädchenschule übertragen; seit dem 27. November gehört er als definitiv angestellter Lehrer dieser Anstalt an.

Die Schulverwalterin Fräulein Cora Erdmann wurde zu Beginn des Schuljahrs von uns abberufen

und durch Fräulein Elsa Goertz ersetzt.

Elsa Goertz. geboren zu Mainz am 25. September 1877, wurde bis zu ihrem elften Lebensjahre im Eltern- hause privatim unterrichtet, besuchte dann das Institut der Frau Schauer in Mainz und bereitete sich darauf zu Wiesbaden im Königlichen Seminar für das Lehrerinnenexamen vor, das sie im Mai 1896 bestand. Von Ostern 1897 an war sie vier Jahre lang am Institut der Fräulein Brecher beschäftigt, benutzte aber während dieser Zeit einen mehrmonatigen Urlaub zum Besuche des St. Alban's College in London. Vom Mai bis zum Oktober 1901 war sie an der Höheren Bürgerschule zu Vilbel verwandt. Nach ihrer Rückkehr nach Mainz blieb sie im Elternhause, bis sie Ostern 1902 durch ministerielle Verfügung vom 4. April als Schulverwalterin an unsrer Anstalt verwandt wurde.

Endlich haben wir noch des Herrn Anton Pleyer zu gedenken, dem seine Berufsarbeit an der Mainzer Kunstgewerbeschule die fernere Beibehaltung einiger bisher von ihm erteilten Zeichenstunden unmöglich machte. Bei seinem Scheiden nahmen wir die Gelegenheit wahr, für seine der Schule geleisteten Dienste ihm in deren Namen unsern wärmsten Dank auszusprechen. Da Fräulein Seyd inzwischen auch die Stunden des Herrn Pleyer übernommen hat, so liegt der ganze Zeichenunterricht nunmehr in einer Hand.

Klasse 4b beteiligte sich am 12. April an der Beerdigung der ihr angehörigen Paula Schloss, die nach langem, schwerem Leiden ihren Eltern durch den Tod entrissen ward, und legte auf dem Grabe der Dahingeschiedenen einen Kranz nieder; der Unterzeichnete und einige andere Herren des Kollegiums geleiteten sie zur letzten Ruhestätte.

Mit Erlaubnis des Grossherzoglichen Ministeriums wohnte Herr Professor Wilhelm Henkel aus Gotha am 30. April gelegentlich einer Studienreise dem Unterrichte in verschiedenen Klassen bei.

Der allgemeine Schulausflug fand am 28. Mai statt. Wie gewöhnlich beschränkten sich auch diesmal wieder die Klassen 10 4 ab auf die nähere Umgebung von Mainz, während die Oberklassen und das Seminar in zwei Abteilungen einen Tagesausflug machten. Die eine von ihnen hatte sich das an- mutig gelegene Traisa bei Darmstadt zum Ziele gesetzt, die andere führte ihr Weg über das Niederwald- denkmal nach dem Kammerforst.

Am 13. Juni fand die Wiederimpfung der 1891 geborenen Schülerinnen statt, acht Tage später erfolgte die ärztliche Nachschau.