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lichen Macht lag: die glückliche Ausführung ihres festen Entschlusses— und darum durfte prosperous in der Übersetzung nicht weggelassen werden. Ebenso dürfte zu Sh IV, 3, 2351 Goethes UÜbersetzung den Vorzug verdienen. Es heißt da: My dismall scene J needs must act alone. Bei S finden wir dafür:„Mein düstres Spiel muß ich allein vollenden“. G gibt es mit:„Ich muß allein die düstre Seene spielen“. Ich ziehe diese Wiedergabe von scene und act vor; denn es handelt sich in der Tat nur um einen Teil des Stückes, in dem J. eine der beiden Hauptrollen, und zwar jetzt allein„spielt“, nachdem sie die andern entlassen hat, oder nachdem diese freiwillig von ihr gegangen sind: also um eine neue Sæene, gebildet durch das Einnehmen des Schlaftrunkes seitens Juliens und dessen unmittelbare Wirkung auf sie, wie dessen mittelbaren Einfluß auf ihr und der Thrigen Geschick. Es ist auch insofern eine „Seene“, als nach der Voraussage des Mönches die todesähnliche Wirkung des Trankes bald wieder von ihr genommen und sie dann von R. auf einen andern Schauplatz geführt werden wird. Es soll also die Einnahme des Trankes nur eine kurze Unterbrechung ihres Verhältnisses zu R., aber noch nicht dessen Vollendung bilden: wohl eine„Szene“ in ihrem Liebesdrama, aber nicht die letzte! Denn anstatt annehmen zu müssen, daß mit dem „Kelch“ schon das ganze„Spiel“ vollendet sei, darf sie vielmehr nach ihrem Erwachen aus „diesem geborgten Ebenbild des Todes“ erst recht, noch eine Fortsetzung davon erhoffen. Was sie jetzt zu tun im Begriff steht, ist aber außerdem noch ein„Spiel“ im besonderen Sinne:„spielt“ sie ja doch mit ihrem Leben, mit Paris' und ihrer Eltern Liebe, und mit Romeos Hoffnung! Alle diese Erwägungen lassen den von Goethe gewählten bezw. aus W und den beiden E übernommenen Ausdruck als berechtigt erscheinen; er würde auch bei S8 besser seiner UÜbersetzung von„in the acting it“(in der Ausführung) in Sh IV, 1, 2278 entsprechen. Wenn G diese Worte mit„im Handeln“ wiedergab, so hat er vielleicht da schon an die Entwickelung der„Handlung“ im„Spiele“ gedacht, und war dann um so mehr berechtigt, das was J. jetzt vorhatte, als eine„Szene“ in der„Handlung“ zu bezeichnen, die sie allein„spielen“ muß. Goethen hat dieses Bild schon von früher her vorgeschwebt: denn nachdem von Schlegel in Sh IV, 1, 2257 „Thy eyes windows fall- Like death uhen he shuts up the dag of life“ einmal übersetzt worden war durch: „Deiner Augen Vorhang Fällt, wie wenn Tod des Lebens Tag beschliesst“, war Goethe im Bilde geblieben und hatte Schlegels Worte mit dem Satze wiedergegeben: „Der Augen Vorhang fällt, Als schlösse sich das Schauspiel deines Lebens.*⁵⁴) In dem nächsten Monolog Juliens war Schlegels UÜbersetzung von Sh IV, 3, 2365 ebenfalls ganz unklar. Es heißt da: „To whose foule mouth no healthsome ayre breaths in.“ S hatte es gegeben mit:„Deß gift'ger Mund nie reine Lüfte einhaucht“. Er faßt also wohl breaths in im Sinne von„einzieht“,„einatmet“, und das ist gewiß richtig; da aber„einhaucht“
⁵4) Nach Bernays a. a. O. S. 243 hat Schlegel selbst vs. 2351 viermal anders übersetzt.
M 2351
M 2278
M 2365


