M 2567 f.
M 2570 f.
M 1573 f.
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hier dem ganzen Zusammenhange nach ebensogut heißen könnte„einflößt“,„eingibt“,„ein- treibt“— handelt es sich doch um Juliens Aufenthalt in dem Grabgewölbe—,
„Wo*beigesetzt erst frisch* der blut'ge Tybalt Im Leichentuch verwest“—
so mußte über die Beziehnng von„des Mund nie reine Lüfte einhaucht“ doch völlige Klarheit gegeben werden. Goethe fand und gab sie, indem er auf Sh zurückging und nun in einer Weise, die jedes Mißverständnis ausschließt, übersetzte:
„Das nie Den Mund eröffnet, reine Luft xu athmen“.
W und die E hatten es wörtlich, aber völlig verständlich gegeben mit:„in dessen faulen Schlund keine gesunde Luft dringt“. In jenem transitiven Sinne übersetzte S in Sh V, 1, 2564 „And Breathd such life with kisses in my lips“ durch: Und hauchte mir solch Leben ein mit Küssen“, während G, auch hier Sh entsprechender,
es übertrug in:„Und athmete mir, küssend, solches Leben.“
In Sh V, 1, 2570 f. fragt R. seinen aus Verona in Mantua zu ihm stoßenden Pagen: is my father well? S übersetzt:„Wie lebt mein Vater?“ Diese Ubersetzung mag S gewählt haben, um mit dem Ausdruck zu wechseln; denn R. fragt unmittelbar vorher:„Howo doth my Ladyg?“ und ebenso nachher:„How doth mg Lady Juliet?“ Außerdem stoßen wir in Vs. 2572 auch noch auf:„if she be zwell.“ S übersetzte die letzte Frage durch:„MWas macht mein theures Weib?“ und„Ist meine Julie wnl?“ Er wußte also wohl zu wechseln; aber man wird nicht leugnen können, daß die Ubersetzung für i. m. f. ¹.? eine zweideutige ist. G. hätte hier, wenn er es nicht schon vorher getan hatte, den Urtext ansehen müssen, um zur Klarheit über den Sinn dieser merkwürdigen Frage zu kommen. Für die Menge der Ausdrücke, die er da für einen und denselben Gedanken fand, gab er nun:
„Und mein Gemahl?— Mein Vater, ist er wohl?
Wie geht es meiner Julie?“ Den oben erwähnten Konditionalsatz, den S mit„geht's ihr nur wohl“ gegeben hatte, über- trug G nun in:„ist sie nur wohl“. So hat er zwei Wendungen von S auch für sich benützt, für die dritte eine feinere genommen und die vierte aus dem Ton und Zusammenhang er- raten lassen. Daß G auf das von W und den E sogar zweimal benutzte„Was macht... 2* verzichtete, dürfte vielleicht auf eine in seine Frankfurter Jugendzeit fallende Warnung vor dem Gebrauche dieser Wendung zurückzuführen sein; denn der Frankfurter antwortete wahrscheinlich auch damals schon auf die Frage:„Was macht dein Vater?“ zwar gut englisch, aber nicht ebenso deutsch:„Gut!“ bezw.„Schlecht!“ oder auch mit Wiederholung des Verbs:„E. m. g.“ u. dgl.
Wie Goethe an den Urtext sich anzuschließen wußte, wo er durch die Verschiedenheit der ihm vorliegenden Ubersetzungen zur Entscheidung gedrängt wurde und wie in dem„alten Herrn“ dabei immer und immer wieder Erinnerungen aus seiner Kinderzeit lebendig geworden sein mögen, dafür möge auch seine Ubersetzung von Sh III, 2, 1573 f. zeugen:
„and everg tongue that speals But Romeos name, speales heavenli eloquence“: „und jeder*Mund, Der Romeo's*geliebten Namen nennt, Spricht,*wie mit Engelzungen“*, Himmelsworte“,


