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erwähnten brieflichen Bemerkungen seiner Zeitgenossen über ihn als den Bearbeiter,“*) das Schweigen Riemers allen solchen Xußerungen gegenüber,“¹) und das persönliche Interesse, welches Goethe an dem Ausfall seiner Arbeit hat und nimmt, wie z. B., wenn er an Chr. v. Goethe noch am 17. November 1812 ⁴⁸) schreibt:„Sehr angenehm würde es mir sein zu vernehmen, wie R. und J. reüssirt,“ oder noch am 12. Dez. 1812 an Zelter: ⁴⁶)„Neulich haben sie R. und J. wieder ganz vortrefflich zu Jedermanns Zufriedenheit gegeben. In Berlin müssen sie mit diesem Stücke sehr täppisch umgegangen sein“.
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War es Goethen wohl schon kaum möglich, seine Arbeit selbst abzuschreiben bezw. Stellung zu den schriftlich ins Reine zu bringen, nachdem er sie einmal so konzipiert hatte(vgl. Tagebuch Vorlagen. 1811 unterm 7., 8., 24. und 31. Dez), oder sie persönlich noch einer„letzten abschließenden Durchsicht“ zu unterwerfen(s. o.), so würde es ihm bei aller noch anzunehmenden Arbeits- frische, trotz seiner erfreulichen Kenntnis des Englischen— hat er doch selbst, besonders in Leipzig, recht hübsche englische Briefe und Gedichte geschrieben!— doch nicht möglich gewesen sein, R. und J. nur auf Grund des englischen Urtextes für seine Zwecke zu be- arbeiten, zumal wenn wir bedenken, daß er dafür doch auch recht vieles ganz neu aus sich allein geschaffen hat. Er war also auf eine der vorhandenen Übersetzungen mit angewiesen: welche andere aber hätte es sein können als die Schlegelsche, wenn er den Weimaranern ein auch in der äußeren Form(s. o.) dem Urbild entsprechendes poetisches Gebilde vorführen wollte? Die Schlegelsche, welche allein diejenige sein kann, die er in„Shakespeare als Theaterdichter“(W.-A. 41, 1, S. 70) als„eine genaue vortreffliche Ubersetzung“ bezeichnet? Goethe selbst erwähnt die Notwendigkeit ihrer Benutzung durch ihn nicht: er setzte deren Annahme wohl bei seinen Zeitgenossen als selbstverständlich voraus! Daß sie es wußten, bezeugt(a. a. O.) der Brief vom 18. Januar 1812:„Zum Geburtstage der Herzogin am 30. Januar wird R. und J., nach der Schlegelschen und einer handschriftlichen Übersetzung von Goethe arrangiert, gegeben.“ Der Ausdruck„handschriftliche Ubersetzung von Goethe“ trifft, wie wir weiter unten sehen werden, ganz das Richtige; denn wenn auch Goethe nicht oft gleich und unmittelbar aus Shakespeare übersetzt haben mag, so hat er doch dessen Obersetzung durch Schlegel so oft und so gründlich verändert, daß seine Arbeit ohne die Annahme seines Zurückgehens auf den Urtest gar nicht denkbar und begreiflich ist. Aber auch wenn man annimmt, daß er die Schlegelsche**) Ubersetzung, wenn und wo sie ihm nicht paßte, zunächst erst an bereits vorhandenen Übersetzungen maß, mußte er doch den eng- lischen Text vergleichen, um sich für die größere Vorzüglichkeit dieser oder jener Ubersetzug in bezug auf ihn zu entscheiden! Einige Beispiele mögen das vorläufig veranschaulichen!
¹²) Es sei hierbei nicht vergessen Charlotte von Schiller mit ihrem Briefe an die Erbprinzessin von Mecklenburg-Schwerin vom 26. 1. 1812:„Goethe hat die Kraft des Originals mit seiner schönen Sprache vereinigt. Er hat das Stück zum Spielen zusammengezogen und nur die Hauptzüge gelassen. Es ist vortrefflich und ein wahrer Gewinn für die theatralische Welt.“
4¹) Im einzelnen sind diese und andere Gründe zusammengestellt von W. Freiherr von Biedermann in„Goetbes Werke“, 27. Teil, 1. Abteilung, S. 466(Berlin, Hempel).
⁴⁵) W.-A. XXIII, S. 157.— ¹⁸) Ebend. S. 199.
4) Von nun an wird der Kürze halber die Schlegelsche-Ubersetzung(s. S. 9) mit S, der englische Text mit Sh, Goethes Arbeit mit G bezeichnet werden.


