Aufsatz 
Beiträge zu einem Quellenlesebuche für die Kirchengeschichte
Entstehung
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X Herrschaft ist nur eine von Bürgern über Bürger, nicht von Tyrannen über Knechte. Denn bei Tyrannen werden Foltern auch als Strafen angewendet; bei euch bilden sie nur einen Teil der Untersuchung. Laßt es also mit ihnen bei eurem bisherigen Verfahren bewenden: wenn ein Geständnis vor der Anwendung der Foltern abgegeben wird, so sollen sie nicht in Thätigkeit treten!Aber es wird ein Urteilsspruch verlangt gut! so muß der Schuldige nach Gebühr bestraft und darf der Bestrafung nicht entzogen werden. Den begehrt aber

auch gar niemand zu befreien: so etwas darf man nicht wollen! dann darf aber auch niemand zum Leugnen gezwungen werden.

g) Die bereits vorher bestehenden Gesetze betreffend.

Aber du glaubst den Christen aller Verbrechen schuldig, hältst ihn für einen Feind der Götter, der Kaiser, der Gesetze, der Sitten, des ganzen gesellschaftlichen Lebens und zwingst ihn, um ihn freizusprechen, zu erklären, daß er kein Christ sei, weil du ihn nicht freisprechen kannst, wenn er gesteht, daß er ein Christ sei. Damit handelst du gegen die Gesetze: denn du willst, daß er seine Schuld leugne, um ihn, selbst gegen seinen Willen, als unschuldig und für das Vergangene nicht strafbar hinzustellen. Woher kommt diese Ver- kehrtheit? denkt ihr denn auch nicht daran, daß man einem freiwillig Geständigen mehr glauben muß, als einem, der unter einem gewaltsamen Drucke leugnet? auch nicht daran, daß er, da er zum Leugnen gezwungen wurde, nicht aus Uberzeugung geleugnet haben kann, und daß er nach seiner Freisprechung noch unter den Augen des Gerichtshofes über euren Eifer lachen muß, da er ein Christ ist wie vorher?

h) Die Erbringung des Beweises betreffend.

Da ihr also in allem uns anders stellt, als die übrigen Ubelthäter, indem ihr nur auf

das eine ausgeht, uns von diesem Namen auszuschliessen von dem wir in der That aus- geschlossen werden, wenn wir thun, was Nichtchristen thun. so müßt ihr einsehen. daß es

sich dabei um kein Verbrechen, sondern nur um einen Namen handelt: und den verfolgt ein gewisses Gesetzsystem nur darum, daß die Menschen das nicht genau wissen wollen, was sie nach bestem Wissen und Gewissen überhaupt nicht wissen. Deshalb glauben sie von uns nicht nur, was nicht bewiesen ist, sondern sie wollen es auch nicht untersucht wissen: es könnte sich ja dann das als nicht vorhanden erweisen, was sie lieber als vorhanden geglaubt wissen wollen! wenn nur der jenem Hetzsysteme widerliche Name allein darauf- hin verurteilt werden kann, daß er eingestanden wurde! Verbrechen werden vom Vor- urteile dabei schon als sicher angenommen und brauchen nicht erst noch durch Thatsachen erhärtet zu werden! Daher werden wir verurteilt, obgleich wir gestehen; bestraft, obgleich wir bei unserem Geständnis pleiben; freigesprochen, obgleich wir leugnen, weil es eben ein Kampf nur gegen einen Namen ist!

i) Die Führung des Protokolls betreffend.

Wozu lest ihr endlich(wenn es nicht bloß ein Kampf gegen den Namen wäre) vom Protokolle nur vor:Der p. p. ist ein Christ warum nicht auch ein Mörder? Ist aber der Christ ein Mörder, warum nicht auch ein Blutschänder oder wofür ihr uns sonst alles haltet? Habt ihr bei uns allein so viel Scham oder Scheu, die Namen der Verbrechen nicht