Aufsatz 
Beiträge zu einem Quellenlesebuche für die Kirchengeschichte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

XIV

b) Entscheidung zwischen Judentum und Christentum.

Ignatius ad Magnesios 7 8, 1. 9, 1. 10, 3. Wie nun der Herr, da er mit dem Vater eins war, nichts ohne ihn that, weder selbst noch durch seine Apostel, so thut doch auch ihr nichts ohne den Bischof und die Presbyter! Laßt nichts, was nur eine Wahrscheinlichkeit für sich hat, an euch privatim herantreten, sondern bringt es vor die Gemeinde! Ein Beten, Ein Bitten, Ein Denken, Ein Hoffen in Liebe, in der fleckenlosen Freude:(welche ist) Jesus Christus das Beste von Allem! Wie zu Einem Tempel Gottes, wie zu Einem Altar, so laufet alle nach dem Einen Jesus Christus hin, der von Einem Vater ausging, zu Einem Vater gehörte und zurückkehrte! Laßt euch nicht durch die Lehren andrer Art noch durch die alten wertlosen Fabeleien beirren! Denn wenn wir auch jetzt noch ein Judenleben nach dem Gesetze führen wollten, so würden wir damit nur sagen, daß wir noch keine Gnade empfangen haben... Wenn nun die, die doch noch ganz in den alten Verhältnissen wandelten, zu einer neuen Hoffnung kamen und nicht mehr Sabbpat hielten. sondern nach des Herren Weise lebten und den Herrentag feierten, an welchem auch unser Leben durch ihn und seinen Tod erstanden ist: wie werden wohl wir noch ohne ihn leben können?.. Es paßt sich nicht, immer Jesus Christus im Munde zu führen und dabei mit dem Judentum zu liebäugeln. Denn das Christentum ist aus dem Judentum herausgewachsen, aber nicht das Judentum aus dem Christentum.

c) Erlöser und Erlösung sind kein Schein!(Gegen den Doketismus.)

Ignatius ad Trallianos 9 f.: Höret also nicht hin, wenn jemand sich in seinen Reden mit euch nicht an Christus hält: den Nachkommen Davids, den Sohn der Maria, der wahr- haftig geboren ward, und trank; wahrhaftig von Pontius Pilatus verfolgt; wahr- haftig gekreuzigt wurde und starb, unter den Augen von allem, was im Himmel und auf Erden und unter der Erde ist; welcher auch wahrhaftig von den Toten auferstand, nach- dem ihn der Vater erweckt hatte; nach dessen Vorgang sein Vater auch uns, die wir an ihn glauben, in Christo Jesu erwecken wird: denn ohne den giebt es kein wahres Leben. Wenn aber einige Gottlose, d. h. Ungläubige, sein Leiden ein Scheinleiden heißen, da sie doch selbst nur Schemen sind: wozu bin ich denn dann gefesselt worden, warum wünsche ich denn dann noch mit den wilden Tieren zu kämpfen? Dann sterbe ich umsonst und strafe den Herrn Lügen!

d) Kein Liebes- und Glaubensleben außerhalb der geordneten Gemeinde!

Tonatius ad Smurnaeos 6, 2 8: Seht nun doch einmal, wie sehr diejenigen, welche über die durch Jesus Christus auf uns gekommene Gnade anders lehren, von Gottes Absicht dabei abweichen: sie kümmern sich nicht um Agapen, nicht um Witwen, nicht um Waisen, nicht um Notleidende, nicht um Gefangene oder Gelähmte, nicht um Hungernde oder Dürstende. Dem Abendmahl und dem Gebet bleiben sie fern, weil sie nicht zu- geben, daß das Abendmahl Fleisch sei von unserm Heiland Jesus Christus, der für unsre Sünden litt und vom Vater in seiner Güte wieder erweckt ward. Wer so der Gabe Gottes widerspricht, der kommt mit all seinem Disputieren zu Falle. Solchen wäre es besser, die Agape zu halten, damit sie auch auferstehen könnten.

Darum muß man sich von dergleichen fernhalten und weder zu Hause noch in der Gemeinde davon reden, sondern sich an die Propheten halten, namentlich aber an das