Aufsatz 
Beiträge zu einem Quellenlesebuche für die Kirchengeschichte
Entstehung
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AIII,

Nun wurden sie über Christus und sein Reich befragt: wie es wäre und wo und wann es kommen werde. Sie antworteten:Es ist kein weltliches und nicht auf der Erde, sondern im Himmel und ein geistiges; es wird kommen am Ende der Welt, wann er selbst kommen wird in seiner Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, und einem Jeglichen zu vergelten nach seinen Werken. Da merkte Domitian, daß er von ihnen nichts zu fürchten hätte, und weil er sie als einfältige Leute verachtete, ließ er nicht bloß sie unbehelligt ziehen, sondern auch die Verfolgung gegen die Gemeinde überhaupt einstellen. Als Glaubenszeugen und Verwandte des Herrn sollen jene nach ihrer Befreiung Gemeinden geleitet und während der bis Trajan dauernden Friedenszeit am Leben geblieben sein. So berichtet wörtlich Hegesippus ſca. 150]. Damals nun soll auch der Apostel Johannes von der Insel, auf die er verbannt war, zurückgekehrt sein und sich wieder in Ephesus niedergelassen haben.

c. Juden und Christen im litterarischen Gerichte eines gebildeten Römers jener Zeit.

Tacitus historiae V, 4 f. Damit Moses sich das Volk auch für die Zukunft sicherte, führte er bei ihm neue Gebräuche ein, die denen der übrigen Menschen schnurstracks entgegenliefen. Denn dort ist alles verflucht, was bei uns heilig ist, andrerseits alles erlaubt, was bei uns verboten ist. Das Andenken daran, daß sie früher einmal lange gehungert haben, begehen sie jetzt noch durch öfteres Fasten, und zum Erweis für das in aller Eile(beim Auszug) zusammengeraffte Korn wird das Judenbrot noch heute nicht gesäuert. An jedem siebenten Tage lassen sie einen Ruhetag beschlossen sein, weil dieser ihnen das Ende ihrer Mühsale gebracht habe; ja, weil ihnen dieses Müßiggehn gefiel, wurde ihm selbst jedes siebente Jahr geweiht. Aber wie auch diese Gebräuche eingeführt worden sein mögen, auf jeden Fall sind sie durch ihr hohes Alter geheiligt.

Andere Einrichtungen haben, so widerwärtig und abscheulich sie auch sein mögen, gerade wegen ihrer Verkehrtheit großen Einfluß ausgeübt. Denn jeder Reichsfeind, welcher die Religion seiner Väter preisgab, zahlte dorthin gern eine Menge von Steuern und Abgaben. Hierdurch wuchs die Macht der Juden: aber nicht hierdurch allein, sondern auch dadurch, daß sie für sich selbst unentwegt zusammenhalten und hilfsbereite Liebe üben, während sie gegen alle andern nur Haß und Feindschaft zeigen: sie setzen sich nicht mit anderen zu Tisch, sie verkehren nicht in anderen Häusern, obgleich sie sonst sehr zum Ge- nusse neigen; sie verbinden sich nicht mit fremden Frauen, obgleich ihnen unter einander sonst alles erlaubt ist.

Wer zu ihrer Religion übergetreten ist, der eignet sich dasselbe(Betragen gegen andre) an; denn das erste, was ihm eingetränkt wird, ist: seine Götter zu verachten, sein Vaterland zu verleugnen und seine Eltern, Kinder und Geschwister dranzugeben. Für die Zunahme des eignen Volkes wird jedoch gesorgt: daher hat man nicht das Recht über Leben und Tod seiner Anverwandten; weil sie aber die Seelen der in der Schlacht oder auf dem Schaffot Umgekommenen für unsterblich halten, darum haben sie es gern, wenn sie Kinder bekommen und scheuen persönlich den Tod nicht. Nach der Sitte der Agypter begraben sie ihre Toten nur, und verbrennen sie nicht; auch besorgen sie sie ebenso wie diese, weil ihre religiöse Überzeugung über die Unterwelt(das Leben nach dem Tode) dieselbe ist.