Aufsatz 
Beiträge zu einem Quellenlesebuche für die Kirchengeschichte
Entstehung
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gegeben, etwa nötige Erklärungen aber dem Lehrer überlassen, der über deren Art und Menge je nach Zeit und Umständen auf Grund der ihm an die Hand gegebenen Urtexte selbst befinden mag. Vorläufig ist ihm hier der Fundort des vorgeführten Quellenstoffes genau an- gegeben. Eine Ausgabe in Buchform würde den Urtext und dessen Übersetzung gesondert bieten, so daß letztere auch dann noch von einem größeren Publikum benutzt werden könnte, wannman die Kirchengeschichte zur allgemeinen höheren Bildung rechnen wird(Hase). Dem schulmäßigen Charakter der folgenden Sammlung entspricht es auch, daß ich überall, wo es ohne besondern Zwang geschehen konnte, an die allen Schülern zugängliche erste Quelle des Neuen Testamentes angeknüpft und dies mit N. 4.(neutestamentliche Anknüpfung) be- zeichnet habe.

I. Claudius[41 54].

N. A.(Apgsch. 18, 1 f.): Darnach schied Paulus von Athen und kam gen Korinth und fand einen Juden, mit Namen Aquila, der Geburt aus Pontus, welcher war neulich aus Welschland gekommen samt seinem Weibe Priscilla, darum daß der Kaiser Claudius geboten hatte allen Juden, zu weichen aus Rom.

Suetonius vila Claudii 25: Die Juden, die aus Veranlassung eines Chrestus immer Unruhen machten, vertrieb er aus Rom.[Sueton lebte unter Domitian, Trajan und Hadrian].

II. Nero[54 68].

a. Die Christen als Brandstifter.[Sommer 64].

N. A.(Offb. Joh. 17, 6 u. ö.): Und ich sah das Weib(die große Babylon-Rom) trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu.

Suetonius ila Neronis 16: Hingerichtet wurden Christen, eine Sorte von Menschen mit einem neuen und gemeingefährlichen Aberglauben.

Tacitus annales 15, 44: Um nun das Gerücht zu zerstreuen(als ob er den Brand Roms befohlen hahe), schob Nero die Schuld daran denen in die Schuhe, welche wegen ihrer Schandthaten verhaßt waren und vom gewöhnlichen VolkeChristen genannt wurden, und suchte sie mit den ausgesuchtesten Strafen heim. Der Christus, welcher den Anlaß zu diesem Namen gegeben hatte, war unter dem Kaiser Tiberius durch den Landpfleger Pontius Pilatus hingerichtet worden. Aber wenn damit auch der todeswürdige Aberglaube für den Augen- blick unterdrückt worden war, so lebte er doch immer wieder auf, und zwar nicht bloß in Judäa, wo dieses Unheil entstanden war, sondern auch in Rom, wo ja alles Schreckliche und Schändliche von allen Enden her zusammenströmt und Teilnahme findet. Nachdem nun zu- nächst einige Geständige festgenommen waren, wurden auf deren Aussagen hin außerordentlich viele nicht sowohl als Brandstifter, wie als Feinde der menschlichen Gesellschaft verurteilt. Und mit den dem Tode Geweihten wurde noch Kurzweil getrieben, indem man sie in Häute einnähen und wie wilde Tiere von Hunden totbeißen ließ, oder sie wurden ans Kreuz ge- schlagen, oder es wurde bestimmt, daß sie zu Fackeln hergerichtet und, sobald das Tageslicht erlösche, zu Zwecken der nächtlichen Beleuchtung angezündet würden. Seine eigenen Gärten hatte Nero zu diesem Schauspiel hergegeben; auch veranstaltete er ein Wagenrennen im Circus, bei welchem er selbst in der Livree eines Kutschers sich unter der Menge herumtrieb

oder auf einem Wagen Platz nahm. Mochten jene daher auch schuldig sein und die härtesten