Aufsatz 
Beiträge zu einem Quellenlesebuche für die Kirchengeschichte
Entstehung
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viel Raum einnehmen soll. ISt sie aber so wichtig, wie oben nur angedeutet worden ist; enthält siefür die kirchlich-religiöse Bildung der evangelischen Jugend unmittelbar bedeut- same Stoffe; schildert siefür das religiös-kirchliche Leben bleibend bedeutsame Vorgänge; ist sie geeignet, geradedie ethische Seite des Unterrichts in den Vordergrund treten zu lassen: dann müssen wir suchen, die Kürze der diesem Unterrichte zugewiesenen Zeit durch besondere Veranstaltungen und Hilfsmittel auszugleichen. Diese müssen so eingerichtet sein, daß sie auch dem Schüler in die Hand gegeben werden und unter Anleitung des Lehrers zur Vorbereitung oder zur erweiternden Wiederholung oder zur Privatlektüre dienen können.

Die folgenden Blätter wollen als Versuch zur Herstellung eines solchen Hilfsmittels angesehen sein. Sie bieten aus den den betreffenden Persönlichkeiten und Ereignissen zeit- lich naheliegenden Quellenschriften Belege in Gestalt von Aktenstücken, Urkunden, Be- schreibungen und Schilderungen, aber auch in Gestalt von Erörterungen gewisser Fragen und Bedenken, deren Beantwortung und Lösung nicht blos zu ihrer Zeit für den Niedergang einer alten und den Aufgang einer neuen Weltanschauung bestimmend waren, sondern die auch überall wieder angeregt wurden, wo ein alter und neuer Glaube auch auf dem eigensten christlichen Gebiete einander gegenübertraten, und die sich auch heute noch mit unwiderstehlicher Gewalt selbst da immer wieder aufdrängen, wo man seines Glaubens schon ganz sicher zu sein meint. Solche Probleme der christlichen Lebensauffassung und Lebensführung haben wegen ihres immer aktuellen Charakters für unsere Schüler mehr Interesse und Bedeutung als dogmatische Erörterungen, deren Gegenstände sehr oft doch nur noch historischen Wert haben, oder als Verfassungswirren, deren Knoten von der Gewalt der Thatsachen schon längst zerhauen sind, oder als litterarhistorische Untersuchungen, für die sich nur oder nur noch der Fachgelehrte zu begeistern vermag. Von allgemeiner, auch den Gebildeten unserer Tage noch angehenden Bedeutung ist dergleichen nicht; auch setzt vieles davon zu seinem Verständnisse eine Be- kanntschaft mit lokalgeschichtlichen, nationalgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen und litteratur- geschichtlichen Faktoren voraus, die unsere Schüler noch nicht haben können und sollen, von einer einigermaßen genügenden philosophischen Vorbildung ganz zu schweigen. Außerdem ist die Erörterung solcher allgemeiner Probleme viel mehr geeignet, dem Unterricht seinen apologetischen und defensiven Charakter zu wahren, als es die allzu liebevolle Beschäftigung mit jenen anderen Fragen sein kann.

Das ist ein Gesichtspunkt, von dem aus sich der vorliegende Versuch von ähnlichen mir bekannt gewordenen unterscheiden wird. Ich habe ihn schon 1876 in einem von mir veröffentlichten und jetzt vergriffenen Werkchen ausgesprochen und seither auch im engeren Kreise der Fachgenossen oft vertreten. Deshalb glaube ich nicht befürchten zu müssen, des Plagiats beschuldigt zu werden, wenn im Übrigen die über thatsächliche Verhaltnisse von mir beigebrachten Belege sich in ähnlichen Sammlungen etwa auch schon finden. Für gewisse Xußerlichkeiten genüge es zu bemerken, daß ich es für pädagogisch richtiger halte chronologisch zu verfahren, die aus einem und demselben Autor entlehnten Mitteilungen mög- lichst nicht durch die Rücksichtnahme auf sachliche Rubriken zu zerreißen und es der grup- pierenden Repetition zu überlassen, den Stoff einmal auch in dieser Hinsicht zu ordnen. Diesem Zwecke mögen die gesperrten Angaben und die am Ende jedes Heftes beizugebenden Inhaltsverzeichnisse dienen. Weil ich bei der vorliegenden Sammlung nur an die Zwecke der Schule und die Bedürfnisse der Schüler dachte, habe ich die Belegstücke in eigner Übersetzung