Aufsatz 
De Thucydidis quam vocant fide historica / vom ... Karl Haupt
Entstehung
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Mainz ein, verliess dieselbe aber im Herbst 1857 wieder, um zu Würzburg das Studium der Theologie und Philologie fortzusetzen. Im Herbst 1858 begab er sich abermals nach München und beschäftigte sich bis zum Herbst 1860 mit historischen und philologischen Studien. Nach bestandener erster(theoretischer) Staatsprüfung wurde er zu Ostern 1861 behufs Abhaltung seines Probejahres und zur Aushülfe dem Gymnasium zu Weilburg zugewiesen, an dem er bis Michaelis 1864 thäatig war. Darauf wurde er an das Gymnasium zu Hadamar und von da nach zehnjähriger Wirksamkeit an demselben an das hiesige Gymnasium versetzt.

Am 2. September 1874 fand in der Aula des Gymnasiums die Feier der Erinnerung an den Sieg bei Sedan Statt. Die Festrede hielt Oberlehrer Dr. Fliedner.

Am 7. September 1874 wurde die mündliche Prüfung der Abiturienten vom Sommerhalbjahr 1874 unter dem Vorsitze des Kgl. Commissarius Herrn Provinzial-Schulrath Dr. R umpel vorge- nommen.

Die Herbstferien dauerten diessmal vom 27. September bis zum 10. October 1874.

Auf Grund der Verfügung Kęl. Provinzial-Schulcollegiums vom 31. October 1875(s. u.) wurde zunächst die an der inneren Einschliessungsmauer des Schulhofs befindliche Pumpe, zu Gunsten der benachbarten Bewohner der Altstadt, nach aussen verlegt und dafür eine andere für die Schüler innerhalb des Schulhofs eingerichtet; dann aber die nach der gr. Dechaneistrasse gehende Hinter- thüre geschlossen und dem Publikum der Durchgang durch den Schulhof nicht mehr gestattet. Erst diese in jeder Hinsicht so heilsame, lang ersehnte Anordnung macht es möglich, den Gymnasialhof, der durch den Abbruch der früheren Pedellenwohnung*) nun auch angemessen erweitert ist, ohne durch die bisherigen unaufhörlichen Störungen gehindert zu werden, in ordunungsmässiger, den Zwecken der Schule entsprechenden Weise zu benutzen.

Durch Verfügung Kęl. Prov.-Schulcollegiums vom 7. Januar 1875 wurde auf Grund der von dem Herrn Minister der geistlichen. Unterrichts- etc. Angelegenheiten erteilten Ermächtigung der Oberlehrer Fr. Spangenberg als Oberlehrer an das Realgymnasium zu Wiesbaden berufen, unter Gewährung eines Jahresgehaltes von 1500 Thalern, zu dem der Wohnungsgeldzuschuss(220 Thlr.) hin- zukommt. In Folge dessen wird Oberlehrer Spangenberg mit dem Ende des Wintersemesters aus seinen hiesigen Functionen ausscheiden, um das neue Amt am 1. April d. J. anzutreten. Das hiesige Gymnasium verliert an ihm einen seiner wirksamsten Lehrer, der erst vom Juni 1848 bis November 1855**) und dann wieder seit Michaelis 1860*9) an demselben thätig war.

Durch Verfügung Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 2. Februar 1875 wurde der Schulamtscandidat Albert Leiss zur Abhaltung seines Probejahres von Ostern d. J. ab dem hiesigen Gymnasium zuge- wiesen.

Das Jubi läumsstipendium Abteilung I hat der Primaner Georg Hartmann in dem Betrage von 44 Gulden, Abteilung II der Primaner Karl Schlicht im Betrage von 53 Gulden für das; Schuljahr 1874 75 bezogen. Zugleich verzeichnen wir hier mit Dank den Beitrag(1 Thaler) des Herrn Oberlehrers Spangenberg.

Mit dem besten Danke erwähne ich ferner folgende Gaben, die dem Gymnasium im Laufe des Schuljahrs zu Teil geworden sind:

1) Vom Herrn Oberamtsrichter Merz 19 Bände, Ausgaben alter Classiker und lateinische und griechische Wörterbücher, zur Ueberlassung an unbemittelte Schüler.

2) Von Sr. Excellenz dem Herrn Oberpräsidenten: Josephi Scaligeri poemata omnia. Berolini 1874.

3) Vom Kgl. Provinzial-Schulcollegium zu Kassel: v. d. Launitz, Wandtafeln zur Veranschaulichung des autiken Lebens, IV. Lieferung.

*) Vgl. Programm 1874 S. 51. **) Vgl. Programm von 1856 S. 39. **r*) Vgl. Programm von 1861 S. 34.