Aufsatz 
De Thucydidis quam vocant fide historica / vom ... Karl Haupt
Entstehung
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II. Chronik des Gymnasiums.

Der Cursus des Schuljahres 1874 75 begann am 13. April 1874.

Durch Verfügung Kgl. Provinzial-Schulcollegiums vom 4. April 1874 wurde an Stelle des mit dem Ende des Wintersemesters 1874 75 aus seinen hiesigen Functionen wieder ausgeschiedenen provisorischen Hülfslehrers St. Franke*), der Candidat dos höheren Schulamts Karl Haupt dem hiesigen Gymnasium zu Erstehung seines Probejahres zugewiesen und zugleich mit provisorischer Ver- sehung einer Lehrerstelle beauftragt. Derselbe begann seine hiesigen Functionen am 13. April 1874.

Karl Haupt, geboren am 17. Juli 1848 zu Halberstadt, evangelischer Confession, erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung auf den Gymnasien zu Halberstadt und Stendal, welches letztere er mit dem Zeugnis der Reife Ostern 1867 verliess, um in Halle Philologie zu studieren. Dieser Universität gehörte er bis Ostern 1869 an, worauf er die Universität zu Leipzig bezog, und dort mit Ausnahme der Zeit vom Juli 1870 bis Michaelis 1871, während welcher

er an dem Kriege gegen Frankreich Teil nahm, bis Ostern 1872 demselben Studium oblag. Im December 1873 be- stand er das Examen pro facultate docendi in Halle.

Durch Rescript Sr. Excellenz des Herrn Ministers der geistlichen. Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten vom 21. April 1874(mitgeteilt durch Verfügung Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 5. Mai 1874) wurde der schon längere Zeit durch Krankheit an der Versehung seines Amtes ver- hinderte**) ordentliche Gymnasiallehrer Otto Witzel auf sein Nachsuchen, vom 1. Juli 1874 ab. in den Ruhestand versetzt. Bis dahin und durch Verfügung Kl. Prov.-Schulcollegiums vom 3. Juli 1874 dann weiter bis Michaelis 1874 wurde wieder der ordentliche Lehrer an der hiesigen Realschule Pfarrer ISraël mit Erteilung von 11 beziehungsweise 13 wöchentlichen Lehrstunden beauftragt.

Die Sommerferien dauerten diessmal vom 6. Juli bis zum 3. August.

2 Am 24. Juli wurde mit Genehmigung Kæl. Prov.-Schulcollegiums die erledigte Pedellenstelle***) am hiesigen Gymnasium dem Schutzmann Karl August Gerhardt dahier übertragen. Derselbe trat in diese seine Functionen am 1. August 1874 ein.

Durch Verfügung Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 31. Juli 1874 wurde die, durch die Pensio- nierung des Gymnasiallehrers O. Witzel erledigte zweite ordentliche Lehrerstelle dem dritten ordent- lichen Lehrer Dr. Duncker vom 1. October 1874 an verliehen.

DPDurch Verfügung Kal. Prov.-Schulcollegiums von deinselben Tage wurde dann die durch diese Be- förderung des Dr. Duncker erledigte dritte ordentliche Lehrerstelle dem Gymnasiallehrer Johann Baptist Ricker in Hadamar vom 1. October 1874 an verliehen und trat derselbe am 12. October 1874 hier in seine Functionen ein.

Johann Baptist Ricker, geboren am 12. December 1831 zu Werschau, Amt Limburg a. L., katholischer Con- fession, besuchte von 1846 bis 1849 die lateinische Schule zu Limburg und darauf das Gymnasium zu Hadamar, von

welchem er zu Ostern 1855 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Er bezog die Universität München, um sich dem Studium der Philologie und Philosophie zu widmen. Zu Ostern 1856 trat er in die theologische Lehranstalt zu

*) Vgl. Programm von 1874 S. 52. **) Vgl. Programme von 1873, S. 76. 77, von 1874, S§. 51. ***) Vgl. Programm von 1874 S. 52.