21
V. 13. OQuaris iſt Konjettur— die codices leſen quameis, was Schwabe durch Beiſpiele zu halten ſucht— in der Bedeutung von: valde= ſehr.— mn idis Die 3 letzten Verſe finden ſich in den codices verdorben. Ich billige die Leſung von Schwabe— nur daß ich(nach dem Vorgange Anderer) quares ſtatt guamris leſe.
Fab. VI.
V. 5. 6. 7. Die Fabel ſagt: Zwei fanden Etwas, was ſie nicht brauchen konnten — was alſo für ſie keinen Werth hatte.—- Wir ſehen alſo daraus: daß es Dinge gibt, die für den Einen einen Werth haben, für den Andern aber nicht— oder: die ſoge⸗ nannten äußeren Güter haben für die Menſchen einen relativen Werth.— Wenn nun Einem(und wie es in der Fabel angenommen iſt: durch die Gunſt der Götter) ein ſolches änßere Gut dargeboten wird, von dem er aber(und wie es ebenfalls wieder in der Fabel angenommen wird: durch die Ungunſt des Schickſals) keinen Gebrauch machen kann: ſo iſt das für ihn ein beklagenswerther Fall— beſonders, wenn die Hoffnung in ihm rege gemacht wurde, daß ihm etwas für ihn Brauchbares zu Theil würde.—
Weun der Dichter unn, nach ſeiner gewohnten Kürze, in dem Epimythion V. 7 auch nur ſagt: Wen Hoffnung getäuſcht hat, für den ſchickt ſich Klage(oder„Getäuſchte Hoffnung hat zu klagen Recht”)— und hiermit alſo nur eine Folge des in der Fabel anſchaulich gemachten allgemeinen Satzes(des Satzes nämlich: die äußerlichen Güter haben nur einen relativen Werth) bezeichnet ſo involvirt er doch in Gedanken gleichſam hierin das kurz vorher Geſagte— gleichſam als ſage er: da die äußeren Güter nur einen relativen Werth haben, ſo iſt es ein beklagenswerther Fall, wenn Einem das zu Theil wird, wovon er keinen Gebrauch machen kann— zumal, wenn er das Dargebotene für eine Gabe der Götter hielt und die Hoffnung hegte, es werde etwas Brauchbares ſein.—
Fab. VII.
V. 25 und 26. Die codices leſen: Tunc chorus ignotum more ducto canticum limposuit etc. etc. Woraus Desbillons veränderte: Tunc chorus, ignotum et modo reducto canticum Imposuit etc. etc. T mo mit einer darüber gezogenen Linie ſteht häufig in den Handſchriften ſtatt: 1540 und re gehört dann zu Aucto, ſo daß alſo nur et neu hinzukömmt— und erklärt: Tunc chorus. quinihil praemonuerat Principem, ut eum certius ludiſicaret, atque etiam canticum, hene notum ceteris omnibus. Principi vero, utpote modo in thentrum redueto, plane ignotum. ipsi posuits sive ipsum decepit.— n Burmann liest: Chorus reducto tunc, et notum cantieumm arnnn 1 Imposuit..ꝙ— und erklärt: un u. 1 Chorus et notum canticum(quod chorus canebat ex more, vel per 4ν ³νμια υυωνοι cantienm
3*


