11 Fah. IV.
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V. 1 und folg. Penderè ad lantum quidam vidit simium etc.— Es wurde die Frage
aufgeworfen und verſchieden beantwortet: Wie man ſich den Affen zu denken habe; ob todt— alſo geſchlachtet und als Eßwaare, oder ob lebend, und wie in dieſem Falle pendere zu faſſen ſei? Wenn nun aber anzunehmen iſt— was anderwärts wahrſchein⸗ lich gemacht wurde— daß Affen wirklich bei den Römern(als Leckerbiſſen) gegeſſen wurden; wenn wir ferner erwägen, daß der Affe bei einem Fleiſcher hangen geſehen wurde und zwar inler reliquas merces alque obsonia und daß pendere der eigentliche Ausdruck iſt fuͤr das Hangen von kaͤuflichen Dingen: ſo wird man wol aus pendere und aus inter reliquas merces ſchließen, daß er käuflich aushing; aus obsonia und lanium, daß er als Eßwaare aushing— und wird endlich, da es wahrſcheinlich gemacht iſt, daß Affen bei den Römern gegeſſen wurden, kein weiteres Sunderniße für den aus den dinndefachrſen Worten zu machenden Schluß finden.
Fab. V.
V. 1. Successus ad perniciem multos devocat= der Erfolg(günſtige Erfolg, das Gelingen) verlockt Viele ins Verderben.— Wenn der Dichter diejenigen, die alſo handelu, auch für Thoren hält und ſie von ihrer Thorheit heilen möchte, ſo iſt deßwegen doch nicht nöthig, mit Bentley multos in stultos zu verwandeln. Der Dichter will eben ſagen, daß es Vie le gebe, die alſo handelten.— Noch allgemeiner ſteht lib. I. fab. 20. V. 1. mortales.
V. 3. Tanto melior. Eine elliptiſche Redensart, um Billigung oder Lob auszu⸗ drücken— ſtatt tanto melior es= das haſt du brav gemacht(wörtlich: du biſt um ſo viel beſſer). Aehnlich findet ſich für Mißbilligung oder Tadel die Redensart: tanto nequior. Terent. Adelph. IV. I. 12.—-9IIT.da
Fab. VI.
V. 6. 7. Jugum meum iſt wol ſo viel als: me jugatam.— Nun erwartet man wegen V. 9.(wo tricandum oder strigandum— zu currendum einen Gegenſatz bildet, auch hier) in V. 6. einen Gegenſatz zu V. 7.— Was heißt aber„Jugum ſlagello temperalt lento meum“?— Temperare heißt eigentlich: das rechte Maß geben. Nun kann dieſes rechte Maß bei Bewegungen ein ſchnelleres oder ein langſameres ſein, als das bereits vorhandene.— Indeſſen wird temperare meiſtens gebraucht wie unſer„mäßigen“— alſo mehr in dem Sinne„das ſchnellere(oder zu ſchnelle) Maß verhindern.“— Durch temperare in dieſem Sinne würde alſo in unſerer Stelle geſagt werden, daß das lang⸗ ſame Gehen lento flagello bewirkt werde. Und ſo hat es auch Lange in ſeiner Ausgabe genommen und erklärt.— So würde alſo in beiden Verſen geſagt, daß der Mauleſel langſam gehe, weil ihn ſein Fuhrmann mit der Peitſche und mit den Zügeln dazu zwinge.— Allein die Peitſche iſt doch nicht das gewöhnliche Werkzeug, wodurch das langſamere Gehen bewirkt wird, ſondern wird gewöhnlich gebraucht, um anzutreiben;—


