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unterſchieden?— Das engere Vaterland wäre dann Mazedonien, das weitere Thrazien, zu welchem Mazedonien früher gehörte und ſonach an deſſen Ehre(decus) Antheil hat.— Es würde ſich aus dieſer Annahme auch von ſelbſt ergeben, in welchem Sinne Phädrus ein Thrazier und in welchem er ein Mazedonier zu nennen ſei.— Thrazier alſo nur in ſo fern, als Mazedonien früher zu Thrazien gehörte; nicht aber in dem Sinne, als wäre er in dem Laude geboren, welches ſpäter ausſchließlich Thrazien genannt wurde.— Und Phädrus wäre alſo nach dieſer Auffaſſung ſeinem engeren Vaterlande nach ein Mazedonier.—
Wenn nun aben das oben berührte Bedenken in Betreff des deeus patriae aus einer nulſchen Vorausſetzung entſtanden wäre und ſich durch die Annahme beſeitigen ließe, daß der Dichter nicht eine ſchon beſtehende Zierde oder Ehre ſeines Vaterlandes meine, ſondern eine erſt gefor⸗ derte— und eine um ſo dringender geforderte, als die bezeichneten Umſtände faſt zwingend ſeien;— und wenn das andere Bedenken in Betreff des logiſchen Zuſfammenhanges ſich eben⸗ falls beſeitigen ließe durch die Betrachtung, daß ſowohl der voranſtehende Konditionalſatz(8i Phryx etc.) als auch der nachfolgende Kauſalſatz(Threissa quum gens etc.) ein kauſales Verhältniß zu dem mittleren Gliede(Rgon— cur— deseram ete.) bezeichnen;— der Kon⸗ ditionalſatz aber als der ſtärkere Antrieb vorangeſtellt iſt, aus dem ſich das Streben ſchon gleichſam wie eine Folge ergibt; der Kauſalſatz aber wie vergleichend(das dem gebildeten Griechenlande nahe Mazedonien mit dem ebenfalls nahen Thrazien) nachſteht— wenn alſo die beiden oben berührten Bedenken hiermit beſeitigt wären: ſo möchte die einfachſte(und wol richtigſte) Gedankenverbindung der Stelle folgende ſein:— Wenn Phrygien, wenn Skythien ſeine Dichter aufzuweiſen hat, ſo wäre es eine Schande für das dem gebildeten Griechenland ſo nahe Mazedonien, wenn nicht auch es— wie das nachbarliche Thrazien— ſeine Dichter hätte und ſo die Ehre behauptete, die ihm gemäß ſeiner Lage und gemäß der in ſeiner Nähe ſtattfindenden günſtigen Umſtände gebührt.— patriae iſt ſonach objectiver Genitiv— die Ehre, die das Vaterland durch literäriſche Auszeichnung ſeiner Bewohner er⸗ fährt, die ihm zu Theil wird oder werden ſoll.—
V. 61. Solemnis-gloria wird alſo die Ehre ſein, die durch die Vorgänge von Aeſopus, Anacharſis, Linus, Orpheus für Dichter zur Gewohnheit(gewöhnlich) geworden iſt und dürfte der Vers wol alſo gegeben werden:„Weil ja die Ehre, die mir gebührt, eine(für Dichter) gewöhnliche iſt(und du Schelſucht alſo ſie durch deinen Geifer nicht wirſt ver⸗ hindern können).“—
Fab. I.
V. 2——3. Die Handſchriften leſen: Adhuc falerna faece et testa nobili Odorem quae jucundum late spargeret.—,
was man vielfach zu ändern und vielfach zu deuten verſucht hat.— Ich habe die Lesart der Handſchriften beibehalten und betrachte ſalerna ſaece und testa nobili als Ablativi qualitatis zu amphoram, woraus ſich auch zugleich der Konjunktiv spargeret zu quae um ſo leichter er⸗ klären wird, ſo daß man nicht nöthig hat, die Lesart Sparserat, wie die eine Handſchrift


