Umiang von
Hessen-Darm-
stadt vor der irz. Rev.
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Was den nunmehrigen Besitzstand der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt angeht, ihre Ausdehnung und Einwohnerzahl, so lässt sich dieser am bequemsten berechnen nach den in Rastatt eingereichten Angaben über die erlittenen Verluste, nach dem Hochfürstlich hessen-darmstädtischen Staatskalender von 1790 und nach mehreren statistischen Werken oder in Zeitschriften enthaltenen statistischen Aufsätzen, wie sie die ungewöhnlich rasch aufeinander- folgenden Territorialveränderungen in der Revolutionszeit unwill- kürlich in grosser Zahl zeitigten. Gemäss den mangelhaften Grundlagen, die zu Gebote standen— keine genaue Volkszählung, keine trigonometrische Vermessung— sind aber die anzugebenden Zahlen nur als annähernd zu bezeichnen.
Eine Tabelle über den Besitzstand der Ldgsch. Hessen- Darmstadt vor der Revolution gibt folgenden Ueberblick.
Ober-Katzenelnbogen 1 300 qkm 60 000 E. Nieder-„ 112„ 4.000„ Ober-Hessen 3 136„ 130 000„ Herrschaft Eppstein 112„ 5 000„ Hanau-Lichtenberg 1 232„ 75 000„ (Hessen-Homburg 112)„ 7 000„
6 004 qkm 281 000 E. Hessen-Kassel zählte zu der nämlichen Zeit auf 9240 qkm ungefähr 450 000 Einwohner. Das Hessen Philipps des Gross- mütigen liesse sich auf diesen Grundlagen unter Abrechnung der später gewonnenen Gebiete und Zurechnung der verlorenen auf ungefähr 13 500— 14 000 qkm berechnen(etwas kleiner wie das heutige Königreich Sachsen oder das Grossh. Baden) ¹53.
durch einen endgültigen Tauschvertrag beendigt. Die Grafschaft erhielt den Alleinbesitz von Biebergrund u. Lohrhaupten nebst den mainzischen Anteilen an Münzenberg, Heuchelheim u. Dudenhofen, dagegen kam Partenstein, sowie die Rechte an Nied, Griesheim, Münster u. Oberroden an das Erzstift. Der Rienecksche Streitfall blieb allerdings ungeschlichtet.— Im J. 1701 wurde ein Tausch mit Isenburg vereinbart, darnach fiel das Hanauische Sechstel der Stadt Hain in der Dreieich an Isenburg, dafür kam das isenburgische Drittel von Dudenhofen an Hanau. Vgl. Wille, die letzten Grafen v. Hanau-Lich- tenb. S. 3 u. 41.— Steiner, Bachgau II, 294.— Dommerich, a. a. O. S. 157, Anm. 1, 159, Anm. 1; 161, Anm 1.— Scriba, HR. St. n. 2412(1684), 3035 (1685), O. 1133(1685).
¹5s Zu den Angaben i. d. Tabelle vgl. ausser dem Staatskalender von 1790 u. 1793 den Aufsatz d. Giessener Univ. Prof. Crome i. Journal f. Staats- kunde u. Politik. Frankfurt 1791. I. Jhrg. S. 474— 506 u. J. K. Bundschuh, Hessen nach s. neuesten physik., gewerbl., wissenschaftl., politischen u. ök. Verhältnissen, Lemgo 1803 u. Nachtrag z. Hessen nach den i. Fr. v. Lune- ville verheissenen und durch RDHS. zugeteilten Entschädigungen, Lemgo 1804. Hessen-Kassel setzte sich damals zusammen aus Nieder-Hessen 3920 qkm, Oberhessen 1240 qkm, Ziegenhain 560 qkm, Hersfeld 504 qkm, Schmalkalden 305 qkm, Nieder-Katzenelnb. 448 qkm, Plesse 140 qkm, Schaumburg 896 qkm, Hanau-Münzenberg 1240 qkm, Neuen-Gleichen 84 qkm, zusammen 9337 qkm: Von einschlägiger Literatur, die noch nicht genannt ist, sei noch aufgeführt. A. Fr. Büsching, Erdbeschreibung, Hamburg 1790, 7. Th. S. 76— 198(Hessen), S. 267— 270(Hanau).— Curtius, Gesch. u. Statistik v. Hessen. Marburg


