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deutend, es enthielt 12 Aemter, von denen 10 im Unter-Elsass und zwei in der Ortenau lagen: allerdings bildeten diese Aemter kein zusammenhängendes Gebiet, sondern bestanden aus mehreren abgesonderten Teilen, von denen jeder seine eigene Entstehungs- und Erwerbungsgeschichte hat.
Im Unter-Elsass lag die Hauptmasse um das Schloss Lichtenberg: die Aemter Buchsweiler, das bedeutendste mit 26 Dörfern, Ingweiler und Neuweiler mit 2 Städten und 7 Dörfern, Pfaf- fenhofen mit 9 Dörfern, Wörth mit der gleichnamigen Stadt und 11 Dörfern, Hatten mit 9 Orten, Brumath zwischen Hagenau und Strassburg mit Stadt und 10 Dörfern, am Rhein das Amt Offen dorf(5 Dörfer), dicht bei Strassburg Wolfsheim(2 Dörfer), westlich davon Westhofen; in der Ortenau, dicht am Rhein Strassburg gegenüber, Lichtenau mit der Stadt gleichen Namens und 15 Dörfern und Willstädt mit 12 Dörfer. Verloren ging 1541 bezw. 1551 das Amt Oberbronn mit 14 Dörfern, 1709 das Amt Niederbronn mit 5 Dörfern; beide Aemter kamen an die Grafen Leiningen-Westerburg.
Aus der Zweibrücken-Bitscher Erbschaft stammten die Aemter Lemberg am Südrand der jetzigen bair. Rheinpfalz mit 27 Dör- fern und die Herrschaft Ochsenstein mit 10 Dörfern. Angekauft wurde noch 1705 das östlich von Wörth gelegene Amt Kutzen- hausen mit 7 Dörfern. Die Herrschaft Bitsch jedoch zog der Herzog von Lothringen beim Aussterben der Zweibrücker Grafen, trotz der von den Grafen von Hanau beim Reichskammergericht eingelegten Beschwerden, ein.
Die ganze Grafschaft Hanau-Lichtenberg(mit Babenhausen) enthielt so 12 Städte und 156 Dörfer und zählte bei einem Um- fang von 1350— 1560 qkm ungefähr 60 000 bis 70 000 Einwohner, während Hanau-Münzenberg mit 10 Städten und 116 Dörfern etwa 50 000 Einwohner auf 1120 qkm— nach dem Stand v. 1736 umfasste ¹⁴9.
¹40 Stammtafel der letzten Lichtenberger: Friedrich v. L. vermählt mit Imagina, Gräfin v. Nassau
Jakob v. L. † 1480 Ludwig v. L. † 1471 Vermählt m. Anna, Markgr. v. Baden
Anna v. L. verm. mit Elisabeth v. L. verm. m.
Philipp d. Aelt. v. Hanau. Simon Wecker v. Zw. Bitsch. Für d. Gesch. d. Lichtenberger u. der Grafschaft vgl. Schoepflin, Alsatia illustrata, 1751, II, 221 ff., Alsatia diplomatica 1772.— Strobel, Vaterländische Gesch. d. Elsass, 6 Bde. 1841.— Bulletin de la societé pour la conservation des monuments historiques d'Alsace v. J. 1859 in d. Aufsatz la comté de Hanau-Lichtenberg S. 11 ff.— J. G. Lehmann, urkundl. Gesch. d. Grafsch. H.-L. 2 Bde. Mannheim 1862/63.— J. Rathgeber, d. Grafsch. H.-L. Strass- burg 1876.— S. Klein, Beiträge z. Gesch. d. ehem. Grafsch. H.-L. und ihrer Residenzstadt Buchsweiler. 1. Heft. Strassburg 1912.— Dommerich, a. a. O.§. 137— 145.— L. A. Kiefer, Pfarrbuch d. Grafsch. H.-L. Strass- burg 1890.— K. Kiefer, Pfarrerbuch d. Grafsch. H.-L., ein selbständiges Register z. Pfarrbuch d. Gr. H.-L. v. L. A. Kiefer. Frankfurt 1907.—
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