Aufsatz 
Entwicklungsgeschichte Hessen-Darmstadts. 1. Teil. Vom Tode Philipps des Großmütigen bis zur französischen Revolution
Entstehung
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Vorgeschichie von Lichtenberg.

Stadt, Klein-Umstadt, Richen, Semd, Dorndiel, Hausen, Breiten- wiesen, Grünhecken, zur Cent Umstadt Habitzheim, Spachbrücken, Grosszimmern, Zeilhard, Dilshofen, Raibach und Ammerbach, ferner Kleestadt, Langstadt, Schlierbach, Schafheim ¹48.

Dazu kommen nun aus der lichtenbergischen Erb- schaft die ausgedehnten Besitzungen im Elsass. Die Herrn von Lichtenberg sind nach ihrem bei Ingweiler im Unter-Elsass gelegenen Stammschloss genannt, wo sie schon im 12. Jahrh. re- sidierten. Das Geschlecht wurde bald eines der wichtigsten im Land und besass schon im Anfang des 14. Jhd. die Vogtei über wichtige Stifte des Bistums Metz, sowie das Erbmarschallamt des Bischofs von Strassburg. Durch diese einflussreichen Stellen, wie durch Erbschaften und Käufe wuchs das Ansehen und die Macht der Herrn von Lichtenberg, nicht minder dadurch, dass sie, wenn auch in 3 Linien gespalten, dennoch schon 1358 ihre Herrschaft für unteilbar erklärten. Von den späteren, stets tapferen und kriegstüchtigen Gliedern des Hauses ist besonders Konrad zu nennen, der als Bischof v. Strassburg Erwin v. Steinbach zum Baumeister am Münster berief. Von den zahlreichen Fehden, aus denen sie meist siegreich hervorgingen, ist namentlich die mit dem Grafen von Leiningen 1450/2 zu erwähnen. Nach dem Aussterben von zwei Aesten tritt die Lichtenauer Linie das Erbe an. 1480 erhält Herr Jakob v. Lichtenberg von Kaiser Friedrich III. den Grafentitel; mit ihm stirbt das Geschlecht aus. Die älteste seiner Nichten Anna war mit Graf Philipp I. d. Aelteren von Hanau vermählt, der somit die Hälfte der Herrschaft erbt; die zweite, Elisabeth, hatte den Grafen Simon Wecker v. Zweibrücken- Bitsch geheiratet und brachte damit die andere Hälfte an diesen. (Dieser nannte nach Erwerbung des Ochsensteinschen Anteils an der Mark Maursmünster(1485) sein Haus Zweibrücken-Bitsch- Ochsenstein.) Doch bekam Philipp V., Graf von Hanau-Lichten- berg durch seine Frau Margaretha Ludovika, einer Gräfin von Zweibrücken-Bitsch den grössten Teil der übrigen Hälfte an sich, da mit dem Vater seiner Frau das Haus Zweibrücken-Bitsch 1570 ausstarb.

Das Gebiet der Dynasten von Lichtenberg war nicht unbe-

¹48 1521 ging die von Hessen in der bayr. Fehde besetzte Hälfte von Umstadt ausser Kleestadt verloren. Vgl. Dommerich, a. a. O. S. 128 137, 145 154, 157 164. Zimmermann, a. a. O. S. 6771. Steiner, Bachgau, a. a. O. Wenck, HL. I unter Umstadt. Hanau-Münzenbergische Landes- beschreibung verfasst von d. hochgräfl. han. münz. Landesregierung. Karten v. Hanau-Münzenberg: D. Grafsch. Hanau nach ihrer polit. Gliederung z. Z. d. 30j. Kr. 1:400000 in R. Wille, Hanau i. 30. Kr.(Mitteil. d. Han. Bez.- Ver. f. hess. Gesch. u. Landesk. N. 11, 1886.) D. Grafsch. Hanau-Münzen- berg nach d. Stand v. 1736 in E. J. Zimmermann, Hanau, Stadt u. Land. Die Rechtsterritorien d. kurfürstl. hess. Provinz Hanau(ohne Ang. d. Mafst.) in H. Körting, d. Sonderrechte i. Kurfürstentum Hessen. Fulda 1857. Vgl. auch d. Karte d. Provinz Hanau in K. Arnd, Gesch. d. Pr. H. u. der unteren Maingegend. Hanau 1858. H. Düssel, Rechtskarte d. Oberlandesgerichtsbez. Frankfurt a. M. nebst Erläuterungen. Wiesbaden 1902.