Vorgeschichte von Hanau.
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Darmstadt stützte sich auf die Heirat des Erbprinzen Ludwig, des späteren Landgrafen Ludwigs VIII. mit Charlotte Christina Magdalena Johanna, der Tochter des obengenannten letzten Grafen von Hanau, Kassel auf frühere Verschwägerungen und Ab- machungen ¹¹¹1. Kassel nahm die Grafschaft Hanau-Münzen- berg, Darmstadt Hanau-Lichtenberg in Besitz. Zu dieser gehörten die Aemter Lichtenau und Willstädt auf dem rechten Rheinufer(gegenüber von Strassburg); von den auf dem linken Ufer dieses Flusses gelegenen Aemtern stand nur noch das Amt Lemberg mit Pirmasens unter der Hoheit des Reiches, unter französischer Oberhoheit befanden sich die übrigen Aemter Buchsweiler, Brumath, Hatten, Ing- weiler und Neuweiler, Kuzenhausen, Pfaffenhofen, Offendorf, Westhofen, Wolfisheim und Wörth. Ueber das Amt Babenhausen erbob sich zwischen Kassel und Darm- stadt ein Streit, der erst 1773 dahin entschieden wurde, dass Babenhausen an Kassel, Schafheim aber an Darmstadt fiel ¹⁴2.
Geht man der Vorgeschichte der Grafschaft Hanau-Lichten- berg nach, so muss man sie, wie der Name schon sagt, nach zwei Richtungen hin zurück verfolgen, der Geschichte von Hanau und der von Lichtenberg.
Von den gegen die Mitte des 12. Jahrhunderts in der Wetterau begüterten, aber nicht miteinander verwandten Herrengeschlechtern von Buchen-Hagenowe und von Dorfelden-Hagenowe sind die zuletzt genannten die Stammväter des Hanauer Grafen-Ge- schlechts. Die von Buchen nannten sich nach ihrer Burg bei Wachenbuchen, die von Dorfelden nach der ihrigen bei Nieder- dorfelden; beide Familien mögen aus fränkischen Ministerialen hervorgegangen sein. Beim Aussterben der Herrn von Buchen ging ein Teil ihrer Besitzungen an die 1166 zuerst urkundlich erwähnten Herrn von Dorfelden-Hagenowe über, ohne dass man sagen könnte, auf welchem Wege der Anfall geschah ¹4. Das ihnen gehörige Gebiet, das ursprünglich recht zersplittert war, umfasste anfänglich nur 15 in drei Gauen zerstreute Orte, im Maingau(Kesselstadt, Hanau), im Niddagau(Niederdorfelden), im Kinziggau(Bruchköbel) ¹44. Der Besitz reichte von Glauburg(nord-
¹41 Darüber vergl. unten Anm. 150.
¹4² Im allg. vergl. H. Staatsrecht II, 404/5, genauere Literaturangaben in den folg. Anm.
¹1 Ueber die Ahnen u. die Genealogie d. Hanauer Hauses s. Suchier, Genealogie d. Hanauer Grafenhauses i. d. Festschrift d. Hanauer Gesch.-V. z. s. 50j. Jubilaeum 1894.— E. J. Zimmermann, Hanau, Stadt u. Land. S. 85, 87— 98, 669— 683.— Schenk zu Schweinsberg, Mitteil. d. Hanauer Geschichts- vereins H. 5 u. 6.— Schlereth ZHG. III, 371.— Rehm, ZHG. NF. III, 114 ff. u. IV.— Für die Geschichte ausser den später zu nennenden Schriften A. Wyss, Urkundenb. z. Gesch. d. Herren v. Hanau u. der ehemaligen Pro- vinz Hanau, Bd. I-IV(1891— 97). Publ. a. d. preuss. Staatsarchiven, Bd. 48, 51, 60, 69.
¹4¹ Die einzelnen Orte sind angeführt bei Dommerich, urkundl. Gesch. der allmähl. Vergröss. d. Grfsch. Hanau v. Mitte d. 13. Jahrh. bis z. Aus-


