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vorher eine günſtige Gelegenheit zum Angriff bieten, ſo würde Wurmſer dieſelbe nicht verſäu⸗ men und dürfe dann auch der Unterſtützung durch den König gewiß ſein. Jedenfalls eröffne dieſer Plan, deſſen völliges Gelingen freilich weſentlich durch die im Spätjahr herrſchende Wit⸗ terung bedingt ſei, den Verbündeten die Ausſicht, vor Eintreten des Winters im Ober⸗ und Unterelſaß feſten Fuß zu faſſen.
Es iſt ſehr glaubhaft, daß das preußiſche Hauptquartier kein Veto gegen dieſes hier nur in ſeinen Hauptzügen gezeichnete Projekt einlegte, da es den augenblicklichen Intentionen des Königs und ſeines Kabinets volle Rechnung trug. Allein zu einer Richtſchnur für ihr Verhalten konnten den Preußen die auf der Grundlage des Plans getroffenen Verabredungen nicht mehr dienen, nachdem Wurmſer unbekümmert um die ihm zugedachte Rolle am 20. Auguſt ſeinen unerwarteten Vormarſch in den Bienwald angetreten hatte.
Die Frage muß ſich an dieſer Stelle erheben, welche Stellung nahm Wurmſer zu den letzten in dem königlichen Hauptquartier gepflogenen Verhandlungen und deren Ergebniſſen ein? Die eigenen privaten Aufzeichnungen Waldecks laſſen uns, wie wir ſahen, bei dieſer Frage völlig im Stich, und ſo ſind wir denn für die Antwort faſt lediglich auf den Boden der Kombination hin⸗ gewieſen. Zunächſt ſollte man annehmen, daß Wurmſer durch Waldeck ſelbſt, welcher ja in ſeiner Inſtruktion auf eine Verſtändigung mit ſeinem Oberfeldherrn angewieſen war, unverzüglich nach deſſen Rückkehr nach Ottersheim über die veränderte Sachlage und die auf derſelben be⸗ ruhenden neuen Verabredungen aufgeklärt worden ſei, und daß jener rätſelhafte Vormarſch Wurmſers die Antwort des öſterreichiſchen Generals auf die Aufſtellung eines Planes ſein ſollte, welcher, indem er ihn zu einer nahezu paſſiven Haltung verurteilte, ebenſowenig ſeinem Ehrgeiz als ſeinem elſäßiſchen patriotiſchen Empfinden und Wünſchen genügen konnte. Allein ſo innerlich begründet dieſe Vermutung auch erſcheinen muß, ſo erweiſt ſie ſich doch, wenigſtens was die Annahme einer Mitteilung durch Waldeck an Wurmſer betrifft, als irrig. Es ergiebt ſich dies zweifellos aus einem Schreiben Wurmſers an den Prinzen aus Freckenfeld vom 1. September, ¹) in dem ſich jener bitter beſchwert, daß Waldeck den Operationsplan an den
¹) Bei der Wichtigkeit, welches dieſes im Arolſer Archiv befindliche Schreiben für die Erkenntnis der damaligen An⸗ und Abſichten Wurmſers beſitzt, mag es hier in ſeinem Hauptteil zum wortgetreuen Abdruck gelangen: Il s'en faut de baucoup que j'ay été instruit du Plan d'operations que Votre Altesse a envoyé à S. M. L'Empercur que je ne saurois aprouver; c'est exactement tout le contraire de mes vues;.... d'après votre Plan vous me faite rester sur la Queich a peu près dans l'inaction et vous voullé agir seul dans la haute Alsaçe, sans penser qu'en faisant le Siege de Huningue une plaçe d'assez grande consequence Vous n'auriez pas eu assez de Trouppes pour couvrir le Siege, et moi à Offenbach; les Ennemis pouvoient destacher a leurs grée tand de Trouppes qui voulloient pour faire lever le Siege, je n'aurois pas pue come Votre Altesse le dit dans Son Plan me saisir de Lauterbourg et du Fort Louis attendu que dans ce Projet il est dit aussi que l'artillerie de Siege qui se trouve a Ulm devoit etre transportée a Huningue en sorte que je n'en aurois pas eu pour faire les Sieges de Lautrebourg et Weissenbourg; mon Plan a moi est invariable 1. avant toute chose je chercherois toujours a m'apuyer au Rhin pour qu'en avançent en Alsagçe je puis faire passer successivement les Trouppes de la rive droite de ce fleuve pour couvrir nos propres pays, et enfin pour assurer mes Subsistences qui m'arrivent de la droite du Rhin 2. avant que je peu penser a faire de Sieges il faut que je batte les Ennemis et je les batterois j'en suis certain les braves Generaux les braves trouppes l'Exelente Artillerie que j' ay l'honneur de commander me donne cette confiance et mème cette certitude 3. du reste je ne me ffrois qu'a mes propres forces. Sa Majestée L-Eempereur ayant eu la confiance en moi de m'ordonner de donner mon avis


