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Die eigentliche Aufgabe der Operationsarmee beſtand nach der Inſtruktion darin, möglichſt tief in Feindesland einzudringen und durch Occupation eines großen Stückes des fremden Terri⸗ toriums den Feind möglichſt ſchnell zu einem Frieden zu zwingen, welcher den Wünſchen der Verbündeten entſpräche. Das volle Vertrauen, welches der Kaiſer in die redlichen Abſichten und die umfaſſenden militäriſchen Kenntniſſe ſeines erhabenen Alliirten(les vastes connoissances militaires de Son Auguste Allié) ſetze, würde ihm immer die größte Nachgiebigkeit gegen die Wünſche und Anſchauungen des Königs zur Pflicht machen, und er werde daher gern einem Ope⸗ rationsplan ſeine Zuſtimmung geben, welcher den Beifall des Königs habe und der am angemeſ⸗ ſenſten erſcheine, um zu dem vorbezeichneten allgemeinen Ziele zu führen. Hinſichtlich der vier von Waldeck empfohlenen Projekte wird bemerkt, daß wenn der Vorſchlag einer gleichzeitigen Belagerung Landaus durch die Preußen und Hüningens durch die Wurmſerſche Armee nicht acceptiert werde, der Kaiſer der an zweiter Stelle vorgeſchlagenen Belagerung Straßburgs den Vorzug geben würde, weil hierdurch eine ſichere Ausſicht auf Winterquartiere im Elſaß eröffnet werde. Auf alle Fälle ſei aber auch Seine Majeſtät mit dem 3. und 4. Plane einverſtanden, wonach der Angriff auf Neubreiſach oder Hüningen zu richten wäre. Dagegen wird Waldeck angewieſen, falls die preußiſchen Generale und Miniſter eine gemeinſame Belagerung Landaus in Vorſchlag bringen ſollten, dieſe Idee energiſch zu bekämpfen, und zwar waren es drei Ge⸗ ſichtspunkte, welche ein ſolches Unternehmen nicht ratſam erſcheinen ließen: 1. würde eine Kombination der beiderſeitigen Truppenteile auch hier zu mancherlei Mißſtänden führen, und insbeſondere würde eine ſolche Vereinigung, wie ſchon zu Anfang der Note hervorgehoben wird, eine ſtändige Quelle von Friktionen werden und leicht völlige Lockerung des Bündniſſes zur Folge haben; 2. hielt man die Eroberung Landaus für ſchwieriger als die von Straßburg, welche Feſtung doch weit größere Wichtigkeit beſitze. Zudem ſei Landau gerade für Öſterreich von geringerem Werte, weil es zu weit von den alten Beſitzungen abliege und man nicht hoffen könne es im Frieden zu behalten; 3. würde bei einer Belagerung Landaus das Corps keine Verwendnng finden, welches zum Schutz der vorderöſterreichiſchen Lande im Breisgau aufgeſtellt war, wäh⸗ rend dasſelbe zu einer Expedition am Oberrhein herangezogen werden könne. Aus dieſen Gründen ſolle Waldeck nur dann zu einer Belagerung Landaus mit kombinierten Streitkräften die Hand bieten, wenn der König feſt auf dieſem Gedanken beſtehe. Hierbei habe er aber in geeigneter Weiſe die Einwilligung des Kaiſers als einen„deutlichen Beweis der Achtung hinzu⸗ ſtellen, welchen Se. Kaiſerliche Majeſtät der erleuchteten Einſicht ſeines hohen Verbündeten zolle“. Worauf es am meiſten ankomme, das ſei, einen Plan zu verabreden, welcher die Gefahr beſeitige, daß die zahlreichen Streitkräfte der Verbündeten den Reſt des Jahres hindurch in Unthätigkeit verharrten, anſtatt ihre Waffen in Feindesland zu tragen. Dieſer Plan müſſe in allen ſeinen Cinzelnheiten feſtgeſtellt werden, damit bei der Ausführung keine Schwierigkeiten zwiſchen den Alliierten ſich erheben könnten. Der Prinz wird angewieſen ſeine Reiſe in das preußiſche Haupt⸗ quartier in Speier zu unterbrechen, um mit General Wurmſer die Feldzugsprojekte durchzu⸗ beraten und die verſchiedenen Möglichkeiten in reifliche Erwägung zu ziehen. Wurmſer ſelbſt erhielt die Weiſung, ſobald Waldeck ihn von dem Endergebnis der Verhandlungen mit dem König in Kenntnis geſetzt habe, ſofort alle nötigen Anordnungen zur Ausführung der verabre⸗ deten Maßnahmen zu treffen.


