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den linken Flügel der Franzoſen auf der Zweibrücker Straße unter Blockierung von Bitſch umgeht und ſo den Gegner nötigt, die Weißenburger Linien zu räumen und auf Hagenau zurückzugehen. In dieſem Moment überſchreitet Wurmſer mit ſeiner Armee zwiſchen Druſenheim und Offendorf den Rhein und rückt vor Straßburg, deſſen Belagerung die Preußen zu decken haben. Die Eroberung der Feſtung iſt bei der Geſinnung der Einwohner nicht ſchwer. Auch haben die Feſtungswerke viele Fehler.
3. Der König will Saarlouis belagern. In dieſem Falle ſetzt Wurmſer bei Altbreiſach über den Rhein und nimmt Neubreiſach mit Sturm. Rückt eine feindliche Armee an, ſo wird derſelben eine Schlacht geliefert.
4. Würde der König nur Lothringen bedrohen wollen, ohne etwas Entſcheidendes u unternehmen, ſo muß Wurmſer wenigſtens Neubreiſach erobern und Winterquartiere im Oberelſaß beziehen.
Dieſes Gutachten fand in der Hauptſache die Zuſtimmung des Kaiſers. 1) Prinz Waldeck erhielt den ehrenvollen²) Auftrag ſich in das Hauptquartier des Königs zu begeben, um dieſem die Glückwünſche des Kaiſers zur Eroberung von Mainz zu überbringen und den weiteren Feld⸗ zugsplan auf Grund der Denkſchrift mit ihm zu verabreden. Gleichzeitig wurde bei dem Prin⸗ zen angefragt, ob der Zuſtand ſeiner Wunde ihm wieder geſtatte, ſelbſt an der Campagne Teil zu nehmen. Obwohl ſein Befinden ihm noch oft Grund zur Klage gab, ſo ſagte er, wie er ſelbſt bemerkt, von Ehrgeiz getrieben, mit Freuden zu, beſonders da man ihm glänzende Aus⸗ ſichten eröffnete und namentlich die Möglichkeit durchblicken ließ, daß, falls Wurmſer aus Rück⸗ ſicht auf ſeine damals ſchwache Geſundheit ſich genötigt ſehen ſollte, von dem Kommando zu⸗ rückzutreten, er dieſes erhalten würde.
Über die Waldeck für ſeine diplomatiſche Miſſion zu erteilenden Aufträge hatten eingehende vertrauliche Verhandlungen zwiſchen Thugut und dem Kabinetsminiſter Grafen Colloredo ſtatt⸗ gefunden3) Die unter dem 28. Juli erteilte Inſtruktion,4) welche nach Vivenots Angabe von Thugut eigenhändig entworfen war, iſt in einem für Preußen ſehr konzilianten Tone gehalten, der wenig mit den Anſchauungen harmoniert, welche die vertrauten Briefe Thuguts aus jener Zeit reflektieren.) Da bei einem Manne wie Thugut ſich aber nicht wohl annehmen läßt, daß er ohne beſonderen Grund ſeine wahre Meinung in einem ſolchen Aktenſtück und noch dazu einem „Freunde“ gegenüber verleugnet haben würde, ſo liegt die Vermutung nahe, daß die vorliegende Inſtruktion wenigſtens in einzelnen Partieen einen oſtenſibeln Charakter erhielt und daß Waldeckneben derſelben noch geheime Direktiven für ſeine Verhandlungenim Hauptanartier des Königs empfieng.)
²) In der Waldeck für ſeine Sendung an den König gegebenen Inſtruction heißt es: Sa Majesté a
examiné le mémoire ci joint..... Elle en a aprouvé l'esprit et y a trouvé des vues conformes au bien de son service.
²) Les connoissances, les talents militaires du Prince de Waldeck et son zéle éprouvé pour le bien de la monarchie engagent Sa Majesté Impériale à lui donner une marque distinguée de Sa confiance en le destinant à se rendre au quartier général de S. M. Prussienne et en le chargeant d'y concerter le plan des opérations ultericurs à suivre du côté du Rhin aprés la prise de Mayence.
32) S. v. Vivenot, Vertr. Briefe I S. 25 f.
*) Dieſelbe iſt abgedruckt bei Vivenot, Herzog Albert von Sachſ. Teſchen S. 635 ff.
³) Im Gegenſatz zu den oben mitgeteilten Außerungen Thuguts über das preußiſche Bündnis wird dieſes hier als heureux system bezeichnet.
*¹) Das Journal giebt keine direkte Beſtätigung für dieſe Annahme. Immerhin läßt ſich aber deutlich daraus erſehen, daß für die Verhandlungen mit dem König neben den in den Inſtruktionen geltend gemachten rein militäriſchen Geſichtspunkten auch politiſche zur Richtſchnur dienten.


