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von Berlin aus mit gleicher Münze gezahlt wurde. Der Einfluß Luccheſinis, des erbitterten Gegners der öſterreichiſchen Allianz, kam auch bei dem König mehr und mehr zur Geltung. Beide Verbündeten waren, wie Waldeck bemerkt, dahin gekommen, daß ſie ſich gegenſeitig hinter das Licht zu führen ſuchten.
Durch die vertrauten Beziehungen, in welche der Prinz während ſeines damaligen Aufent⸗ halts zu ſeinem„Freund“ Thugut getreten war, hatte er hinlänglich Gelegenheit erhalten, ſich über die politiſche Lage ein Urteil zu bilden, und man begreift daher leicht, daß ſeine friedfer⸗ tige Stimmung eine Frucht dieſer Erkenntnis war.
Gleichwohl gieng, ſo lange der Krieg dauerte, das Sehnen ſeines ehrgeizigen Herzens nach dem Kriegsſchauplatz. Abgeſehen von den offiziellen Berichten hatte er durch häufige Briefe ſeiner im Felde ſtehenden Freunde von dem Fortgang der Operationen Kunde erhalten. Auch in der Armee wünſchte man, wenn anders die Briefe ſeines früheren Adjutanten des Majors von Beſt, welcher damals dem Generalſtabe des Prinzen von Coburg angehörte, die wirkliche Stimmung des Heeres zum Ausdruck brachten, ſehnlichſt die baldige Rückkehr des talentvollen Generals zum Heere und ſprach von Kabalen, welche dieſelbe verhinderten. 1) Daß dieſer Ver⸗ dacht jedoch ein unbegründeter war, das beweiſt wohl augenſcheinlich der vertrauensvolle Auftrag, mit welchem zu Anfang Auguſt Waldeck in das königliche Hauptquartier geſandt wurde.
Da dieſe Sendung unter den damaligen Verhältniſſen von hervorragender Wichtigkeit war und als der letzte ernſte Verſuch von öſterreichiſcher Seite zu betrachten iſt, ein Einvernehmen über die Kriegsoperationen mit dem deutſchen Verbündeten herzuſtellen, und da außerdem Wal⸗ decks Verhalten bei dieſer Gelegenheit eine ſehr verſchiedene Beurteilung erfahren hat, ſo dürfte es geboten ſein, auf die Geſchichte dieſer Sendung etwas näher einzugehen. Zunächſt aber ein kurzes Wort zur Orientierung über die damalige Kriegslage.
Ende Juli war der Operationsplan, welcher im Februar des Jahres zwiſchen dem Könige von Preußen und dem Herzog von Braunſchweig einerſeits und dem neuen Oberbefehlshaber des öſterreichiſchen Heeres, dem Prinzen Joſias von Coburg, andererſeits in den Konferenzen von Frankfurt vereinbart worden war, zur Durchführung gelangt. Belgien war durch die Siege der Oſterreicher von den zuchtloſen Heeren der Republik befreit und bereits waren Eroberungen auf franzöſiſchem Boden gemacht. Am 13. Juli war die Feſtung Condé und am 28. das wichtige Valenciennes gefallen. Der Siegesjubel des Heeres über den Fall der letztgenannten Feſtung, welche für eins der ſtärkſten Bollwerke der franzöſiſchen Grenze galt, wurde noch erhöht durch die gleichzeitig eintreffende Nachricht von der Einnahme von Mainz, das am 22. Juli den Preu⸗ ßen und Heſſen ſeine Thore geöffnet hatte. Ehe dieſe Erfolge aber noch errungen oder ehe ſie zur Kenntnis Koburgs gelangt waren, hatte dieſer die einleitenden Schritte zur Eröffnung des zweiten Aktes in dem Feldzuge gethan, indem er am 24. Juli den Grafen von Wartens⸗ leben, den öſterreichiſchen Militärbevollmächtigten im preußiſchen Hauptquartier, erſuchte, den König zum Angriff auf Saarlouis zu bewegen, während er ſeine Offenſive gegen Maubeuge und Philippeville richten würde.²) Dieſer Plan beſaß in ſeinen Augen den großen Vorzug, daß die beiden Heere ſich einander näherten und durch die zur Zeit noch detachierten Verbindungs⸗
¹) von Beſt an den Prinzen, 28. Juli 1793. 5 ¹) Vgl. von Witzleben a. a. O. II S. 242 f.


