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Schreiben Dauns vom 4. Juli 1764¹) damals bereits als Major in dieſem Regiment. Jedoch iſt es wohl ein Irrtum, wenn A. von Witzleben in ſeiner Biographie des Prinzen Joſias von Coburg(III S. 273) ſagt, daß Waldeck den ſiebenjährigen Krieg mitgemacht habe, da der Prinz in den Jahren 1762 und 1763 von Lauſanne aus mit ſeinem Gouverneur eine Reiſe nach Turin und Paris unternahm.²) Wie es ſcheint, iſt er bald nachher in aktiven Dienſt getreten¹²) und 1768 zum Oberſtlieutenant avanciert.4) Im Jahre 1773 wurde er mit ſeinem Regiment, welches er ſchon 1771 kommandierte, der Diviſion des Prinzen Coburg zugeteilt, der „die hervorragenden Eigenſchaften des Prinzen ſchätzte“(v. Witzleben a. a. O.) und ihn 1790 ſich als Chef ſeines Generalſtabs erbat, ohne daß jedoch damals bereits dieſem Wunſche Folge gegeben worden wäre. Nachdem Waldeck an dem bäaieriſchen Erbfolgekriege an der Spitze ſeines Regiments Teil genommen und ſein Verhalten ihm die warme Anerkennung des Kaiſers einge⸗ tragen hatte, wurde er 1783 Generalmajor und 1789 während des Türkenkriegs Feldmarſchall⸗ lieutenant. In dieſem Kriege zeichnete er ſich beſonders bei Semlin aus und wurde von Loudon bei der Belagerung Belgrads verwendet.*) In dem franzöſiſchen Revolutionskrieg war der Prinz von 1792— 94 mit einer halbjährigen Unterbrechung bei der Armee, wurde im letztgenannten Jahre General der Kavallerie und kehrte nach dem unglücklichen belgiſchen Feldzuge nach Wien zurück, wo er im Hofkriegsrat Beſchäftigung fand. Im Jahre 1797 wurde er an die Spitze der portugieſiſchen Armee berufen, erhielt dort die Feldmarſchallwürde, ſtarb aber ſchon 1798 an einer Krankheit auf dem Schloſſe Cintra.
Dies die kurze Skizze der militäriſchen Laufbahn des Prinzen. Die folgenden Blätter werden ſich nur mit einem Abſchnitt derſelben beſchäftigen, mit den Feldzügen gegen Frankreich. Maßgebend für dieſe Wahl iſt vor allem die Rückſicht auf das allgemeine Intereſſe geweſen, welches gerade dieſe für Deutſchland ſo unglückliche aber ſo lehrreiche Periode der neuen Ge⸗ ſchichte bis in die jüngſte Zeit hinein gefunden hat. So reichhaltiges Material auch die neuere Geſchichtsforſchung zur Beurteilung der viel umſtrittenen Politik dieſer Epoche beigebracht hat, ſo ſind die Akten des verworrenen Prozeſſes doch noch nicht geſchloſſen, die tieferen Strömungen der politiſchen Bewegung noch vielfach im Dunkeln und die leitenden Geſichtspunkte der han⸗ delnden Perſonen, ja ſelbſt das Maß ihres äußeren Anteils an den zahlreichen Kriſen dieſer wahrhaft dramatiſchen Entwickelung noch unzureichend feſtgeſtellt. Ein jeder Beitrag zur Aufhellung dieſes Dunkels, ſelbſt wenn er ſich nur mit einer Nebenfigur des Stückes be⸗ ſchäftigt, hat daher einen gewiſſen Anſpruch auf Beachtung, zumal wenn er ſich auf Aufzeich⸗
¹) Arolſer Archiv.
²) Es ergiebt ſich dies aus den im Arolſer Archiv befindlichen Briefen des Fürſten Karl an ſeinen Sohn aus jenen Jahren. 3
*) Im Arolſer Archiv befindet ſich ein Ausgabebuch des Prinzen über ſeine Rückreiſe nach Böhmen aus dem Jahre 1767.
*) In einem Schreiben Lacys vom 24. März 1768 wird dem Prinzen ſeine bevorſtehende Beförde⸗ rung angekündigt.
*) Loudon ſchreibt in Beantwortung eines Geſuchs des Prinzen am 17. Auguſt 1789: Wenn es zur Belagerung von Belgrad komme, ſo würde der Prinz umſoweniger vergeſſen werden, als es ihm„viel⸗ mehr zu beſonderem Vergnügen gereichen ſolle, S. Durchlaucht bei dieſem Unternehmen gegenwärtig zu wiſſen, indem er ſich auf deſſen guten Beiſtand immer ſehr viel Rechnung mache.“


