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Winter den Verſuch machen, ob nicht die Claſſenlehrer öffentliche Vorleſungen zu halten und ſo die Profeſſoren zu erſetzen im Stande wären. Und wenn auch durch dieſe Reform die kleine Anzahl derer, welche außer den Alumnen die Vorleſungen beſuchten, auszuſcheiden veranlaßt würden, ſo ſei an dieſen, die ja doch nur nach der ſchlechten Seite hin moraliſch auf die Alumnen einwirkten, nichts verloren.
Die Frage, ob dieſer Verſuch mit den Claſſenlehrern wirklich gemacht und in Folge deſſen die bisherigen Prälektoren beſeitigt wurden, müſſen wir, ſo entſchieden auch der Landgraf nach dieſer Seite hin ſeine Abſicht ausgeſprochen hatte, auf ſich beruhen laſſen, da aus den beiden nächſten Jahren alle handſchriftlichen Nachrichten fehlen. Wenn wir aber der Nachricht der Hiſtorie der Gelehrtheit der Heſſen ¹), daß in dem Jahr 1604 Chriſtian Kegel durch Dr. Wil⸗ helm Sixtinus erſetzt worden ſei, Glauben ſchenken dürfen 2²), ſo müſſen wir annehmen, daß der Verſuch mit den Claſſenlehrern ent⸗ weder gar nicht angeſtellt wurde, oder nicht von dem erwünſchten Erfolge begleitet war.
In dem Jahre 1605 wurde das collegium publicum geſchloſ⸗ ſen und„ſo wol was deſſen Professores guten theils als auch die alumnos anlangt“ der an den Landgrafen durch Succeſſion ge⸗ fallenen Univerſität Marburg einverleibt ³).
Zwar wurden auch in den folgenden Jahren von den Lehrern
¹1) A. a. O.
²) Beſtätigt wird die Angabe, daß Sixtinus auf Chr. Kegel gefolgt ſei⸗ durch eine Notiz Mss. II. 103 fol. p. 28: Ia Kegelii locum Wilhel- mus Sixtinus J. U. D. Professor constitatus, factus et surroga- tus est.
²) Mon. Sep. I p. 33 et II p. 21. Quo tempore(1605) sapientibus consultum est visom, Collegii alumnos, qui publicarum lectionum essent capaces, ad Academiam Marpurgensem mitti, manentibus in aulica schola pueris nobilibus et symphoniacis, qui a praeceptori- bus ad majora deinceps pararentur, quae ralio constanter est ob- servata.
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