Aufsatz 
Über die Hofschule zu Cassel unter Landgraf Moritz / Hartwig
Entstehung
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Nach der Reorganiſation von 1605 werden als Lehrer neben Seiler aufgeführt Johann Scholaſticus(Schüler) ¹), Salfeld und Lucas May, der Jüngere ²). Der Letztere gab Unterricht in der Religion. An ſeine Stelle trat M. Hie⸗ ronymus Quantz, welcher bis zu ſeinem Tode(1611) zur Zufriedenheit des Landgrafen unterrichtete. Scholaſticus verblieb nicht lange in ſeiner Stellung, weil er den Herzog von Wür⸗ tenberg wodurch, iſt unklar beleidigt und hierdurch auch ſeine Autorität gefährdet hatte ³). Salfeld unterrichtete noch im Jahre 1611. In dieſem Jahre trat auch, wie ſchon früher bemerkt wurde, Aemilius Portus als Lehrer der alten und neuen Sprachen ein, verließ aber die Schule ſchon wieder im folgenden Jahre. Ueber die Lehrer der nächſten Jahre enthalten die Quellen nur ſehr lücken⸗ hafte Nachrichten. Aus den Unterſchriften von Briefen erfahren wir, daß 1615 Andreas Ambroſius ¹) und Melideus Lehrer an der Hofſchule waren. In dem folgenden Jahre unterrichtete zwei Monate lang Wolfgang Ratich. Durch die Bezeichnung der ſechs Collegien, welche hierauf, um die neue Methode zu er⸗ proben, gebildet und nach den zuerſt an ihnen unterrichtenden Leh⸗ rern benannt wurden, lernen wir auch die Namen der damaligen Lehrer kennen. Dieſe waren Joh. Georg Grobius), Kegel),

¹) v. Nommel VI, S. 500; Strieder X, S. 196.

) v. Rommel VI, S. 492; Strieder VlIII, S. 309.

²) Mss. HI. fol. 57 p. 128.

¹) Strieder I, S. 43. Er wurde an der Hofſſchule 1613 angeſtellt, nachdem ihm das geiſtliche Conſiſtorium zu Marburg als einem Anhänger der Lehre und Methode des Ramus ein gutes Zeugnis ausgeſtellt hatte. v. Rommel a. a. O. S. 472. In den Handſchriften ſind von ihm mehrere Gedichte erhalten.

³) v. Rommel VI, S. 482; Strieder III, 411.

³) In dem Jahre 1617 werden zwei Lehrer dieſes Namens genannt(Mss. II. p. 264). Der eine, Chriſtoph, war Lehrer des Landgrafen Her⸗ mann, der andere, Friedrich, unterrichtete Moritzens Töchter. Ueb. den erſten vgl. Rommel VI, S. 487, Strieder VII, S. 40.