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Grunde gelegt wurden. Beide Disciplinen wurden Anfangs zu gleicher Zeit im Unterricht in Angriff genommen. Allein da Moritz aus dieſer Verbindung nur Verwirrung erwartete, ſo verlangte er Scheidung derſelben. Dem Grundſatz des Cato Cenſorius: Rem tene, verba sequentur folgend, wollte er erſt durch Uebung der logiſchen Geſetze die Denkkraft der Schüler gekräftigt wiſſen, ehe ſie in die Lehren der Rhetorik eingeführt würden ¹). Die bei bei⸗ den Wiſſenſchaften beobachtete Lehrmethode war übrigens ganz die gleiche. Theorie und Anwendung wurden auf das engſte mit ein⸗ ander verſchmolzen. Die Lehren der Dialektik ſowohl wie die der Rhetorik wurden zunächſt durch Analyſieren(analysis) der Schrift⸗ ſteller, Proſaiker und Dichter, erläutert. War das Analyſieren hinlänglich geübt, ſo ſchritt man weiter zum Componieren(gene- sis) ²) d. h. der Bearbeitung beſtimmter Themata, in welcher ſich die Schüler theils möglichſt ſtreng an ein gegebenes Muſter an⸗ ſchließen, theils auch frei über einen bekannten Gegenſtand ergehen mußten. Als muſtergültig wurden vor allem die Reden Ciceros angeſehen, wenn man auch im Anſchluß an die Grundſätze des Ramus nicht ſo einſeitig war, bei Cicero allein elegantes Latein, Geiſt und Beredſamkeit ſuchen zu wollen. Dieſe ſchriftlichen Uebungen, auf
1) In einem Schreiben vom 21. Mai 1617(Mss. II. p. u ſagt Mo⸗ ritz über das Verhältnis beider Disciplinen im Unterricht: Logices et Rhetorices conjunctionem multis de causis plus confusionis quam utilitatis secum tracturam praevidentes malumus, ut IIlustrissimi nostri filii non nisi prius absoluta Logica ad Rhetoricam transeant. Nam bene compositam mentem ornatus sermo facile sequitur nec sine Logices lumine verborum elegantia vel saltem frustra inspicitur.
²) In der Kurpfälziſchen Schulordnung von 1615 werden die beiden Aus⸗ drücke analysis und genesis kurz in folgender Weiſe erläutert(Worm⸗ baum, Ev. Schulord. II S. 146): Analysis est propositi exempli inspectio et exploratio. Genesis est Novi operis effectio, qun vel ud aliorum imitationem quis aliquid meditatur, vel sine exemplo proposito aliquid ingenio suo molitur et efficit. Bgl. R. Coclert Lexicon Philosophicum, sub voce generatio.—


