Aufsatz 
Über die Hofschule zu Cassel unter Landgraf Moritz / Hartwig
Entstehung
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Ramus bedienen ſollen ¹). Zum Verſtändnis dieſer Beſtimmung erſcheint es geboten, hier die Anſichten dieſes bedeutenden Mannes über Unterricht in ihren Hauptzügen zu entwickeln, um ſo mehr, da uns die neuern Bearbeiter der Geſchichte der Pädagogik über dieſen Gegenſtand faſt gar keinen Aufſchluß gewähren ²). Ein ausführ⸗ liches und gründliches Eingehen auf die Ramiſtiſche Methode kann jedoch nicht in unſerer Aufgabe liegen, da dies einer beſonderen Un⸗ terſuchung vorbehalten bleiben muß.

In einer Schrift vom Jahr 1567, welche gegen ſeinen Haupt⸗ gegner Charpentier gerichtet iſt, ſpricht ſich Ramus ſelbſt über ſeine Methode in der Behandlung der Wiſſenſchaften folgendermaßen

1) Das 9. Cap. der const. Maur. hat die Obliegenheiten der Lehrer zum Gegenſtand. Die meiſten Beſtimmungen handeln von der Handhabung der Disciplin. Von der Methode heißt es nur: in docendo Ramea ma cthodo utuntor nec auſrae quod contra bonos mores est, praelegunto.

3 Von den Geſchichtſchreibern der Pädagogik hat z. B. Raumer die An⸗ ſichten des Namus über Unterricht und die Verbreitung, welche der Ramismus in Deutſchland fand, unberückſichtigt gelaſſen. Nur kurz und im Vorbeigehen berührt dieſen Gegenſtand Ruhkopf, Geſchichte des Schulweſens S. 387 ff. und Löſchke, Schulen des 16. Jahrhunderts S. 217. Eingehender beſchäftigen ſich mit Ramus die Werke von C.

Waddington⸗Kaſtus(De Petri Rami Vita, Scriptis, Philoso- phia, Parisiis 1848, und Ramus, Sa vie, ses écrits et ses opinions, Paris 1855). Jedoch hat gerade die Seite ſeiner Thätigkeit, welche für uns das meiſte Intereſſe bietet, nämlich ſeine Wirkſamkeit als Leh⸗ rer und noch mehr ſeine Anſichten über Schule und Unterricht, am we⸗

nigſten genaue Berückſichtigung erfahren. Einzelne nicht unweſentliche Beiträge zum Verſtändnis der Anſchauungen des Ramus liefert C. Schmidt in ſeinem Buche über J. Sturm(La vie et les travaux de J. Sturm, Strasbourg 1855). Die Philoſophie des Ramus behan⸗ delt Ritter, Geſch. der Phil. Bd. 9, S. 471 ff. Ueber die Geſchichte des Ramismus in Heſſen vgl. Heppe, HZeitſchr. d. Vereins für heſſ. Geſch. 4. Suppl. Heft S. 20 f. Der Ramismus fand gegen das Ende des 16. Jahrhunderts in vielen deutſchen hohen und niedern Schu⸗ len Eingang. Energiſchen Widerſtand ſetzte ihm die lutheriſche Ortho⸗ doxie entgegen, weil ſie in Ramus nicht ſowohl den Philoſophen und Lehrer als den Calviniſten ſah.