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die fähigeren im Bruchrechnen, in der Algebra, in der Lehre von den numeris figuratis ¹), dem Quadratwurzelausziehen, der Geometrie und Sphärik unterrichtet. Auch des Unterrichts im perſpektiviſchen Zeichnen(scenographica) wird gedacht.
Der Geſchichtsunterricht wurde im Anſchluß an die Lektüre der Hiſtoriker 2) ertheilt. Der in dieſen nicht enthaltene Stoff wurde aus Compendien entnommen. Von ſolchen werden namhaft gemacht das ſchon erwähnte Lehrbuch Sleidans de quatuor summis im- periis und die Chronik Carions ³).
Aus dem Prüfungsbericht vom Frühjahr 1614 erfahren wir, daß damals die Schüler der erſten Claſſe in den Rechtsinſtitutionen unterrichtet wurden. Die Urtheile der Prüfungscommiſſion über die Kenntniſſe der Schüler in dieſem Gegenſtand lauten auch in den folgenden Jahren meiſt recht günſtig.
Neben dem Unterricht in den Wiſſenſchaften wurden während der ganzen Periode, wie dies auch den Neigungen des Landgrafen entſprach, muſikaliſche Studien und die ritterlichen Leibesübun⸗ gen eifrig fortgeſetzt. Mit der größten Liberalität gewährte Moritz den tüchtigen Kapellknaben die Mittel durch Reiſen in das Ausland ihre künſtleriſche Ausbildung zu vervollkommnen.
In der Ueberzeugung, daß nur in einem geſunden Körper eine geſunde Seele wohnen könne, und von dem Werthe der Gymnaſtik für Erhaltung der körperlichen und geiſtigen Friſche durchdrungen hatte Moritz ſchon bei der Gründung der Anſtalt gefordert, daß über der geiſtigen Ausbildung die körperliche nicht verabſäumt wer⸗ den dürfe, und wies auch ſpäter, ſo oft es ihm nothwendig ſchien,
1) Ob hierunter die Lehre von den figurierten Zahlen zu verſtehen iſt, kann, da nichts als der Name überliefert iſt, nicht angegeben werden.
²) Dieſe waren die ſchon genannten Schriftſteller Salluſt, Curtius und Juſtin. Auch hier verdanken wir das Wenige, was wir über den Um⸗ fang des Geſchichtsunterrichts wiſſen, faſt nur den Berichten über die Prüfungen der fürſtlichen Kinder.
*) Vgl. Erſch und Gruber, Encyklopädie I, B. 21, S. 40


