Aufsatz 
Über Wellenbewegung / von Ioh. Hehl
Entstehung
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ihre ganze horizontale Geschwindigkeit. Da auf dieselben noch eine zweite HKraft, die Schwere, wirkt und Aͤngriffspuncte für den horizontalen Druck hervorruft, so kann denselben für den Anfang ein grösserer oder geriugerer Druck überlassen werden, ohne dass dadurch der Gipfel der Welle sinkt. Es wird der Wassermasse ein grösserer Druck überlassen, wenn die Geschwin- digkeit der Ebene mehr, und ein kleinerer, wenn sie weniger abnimmt, als sie von n nach a zugenommen hat. Die Bewegung der Ebene muss aber so re- gulirt werden, dass sie den gesammten Druck, den sie bei der anfänglichen Construction von a nach erlitten hat, bei der für den Hintertheil geänderten wieder erleidet. Da sie nun von n dem vorliegenden Wasser z. B. mehr Druck zukommen liess, als die regelmässige Construction verlangt hätte, so muss sie an einer anderen Stelle mehr Druck übernehmen, oder in der Con- struction weiter als à fortschreiten. Eine so gebildete Welle wird, ohne ihre Gestalt zu verändern, weiter vorwärts schreiten. Die Wasserfäden, welche aus dem Vordertheile in den Hintertheil treten, werden Anfangs einen grösseren horizontalen Druck, als ihnen eigentlich bei einer regelmässigen Construction zukommen würde, ausüben, aber dabei auch nachher einen geringeren. Aehn- lich verhält es sich mit dem Vordertheile der Welle.

Ehe wir weiter gehen, wollen wir einige Folgen aus der Construction des Wellenberges ziehen.

1) Der Gipfel der Welle 4 muss sich mit gleicher Geschwindigkeit vor- wärts bewegen. Für gleiche Zeittheile ist also 21= 1,2= 2,3= 3,4. Eben- so verhält es sich mit dem Anfangspuncte, wenn keine Umstände eintreten, welche dieses abändern.

2) Die Wellen von gleicher Höhe und Breite, und bis auf dieselbe Tiefe erregt, schreiten, wenn der Grad der Flüssigkeit, d. i. die Cohäsionskraft der einzelnen Theile dieselbe ist, mit gleicher Geschwindigkeit fort; denn wenn die eine specifisch schwerer ist, als die andere, so wird sie zwar einen grösse- ren Druck auf a ausüben, aber auch einen so vielmal grösseren zu ertheilen im Stande sein, und der Fall ist für specifisch leichtere und schwere Materie gleich. Ist die Cohasionskraft bei einer Flüssigkeit grösser als bei einer anderen, so wird die Welle höher und schmäler, rückt aber mit gleicher Ge- schwindigkeit fort; denn dieselbe Kraft zu dem Ueberwinden der Cohäsions-