und der folgende Akt fügt sich so unmittelbar an, daß dieselbe Person jene Schluß- und diese An- fangsverse spricht.
367. à nach demander ist hier regelrecht, doch wäre auch de nach altem und neuen Brauch nicht falsch, wofern es in den Vers paßte; vgl. Rac. Port Royal 4, 584 Flavie avait été autrefois religieuse, et ayant demandé d'entrer à Port Royal, elle y avait été recue. Hier mag das folgende à mitgewirkt haben.— en ce lieu, en ces lieux statt ici gehört zu den stehenden Ausdrücken der Tragöõdie, vgl. Goldbeck S. 14.
373. Die Stellung von est zwischen dem gen. obj. und dem regierenden Nomen war nötig; vgl. 1304.
375. un bruit mal affermi ist ganz ungewöhnlich für non fondé; vergleichen läßt sich damit des bruits mal assurés Laharpe, Warwick 2, 4.
380. Mit semer werden mancherlei Ubertragungen gebildet; besonders findet man es bei bruit, nouvelle; bei discours ist es sonst wohl kaum gebräuchlich; vgl. on sème horribles rapports Calvin, Préf. de PInst.— S. Schürmeyer, Vergleich und Metapher in den Dramen Racines; Marburger Disser- tation 1886 S. 19:„In Phädra erreichen Reichtum, Mannigfaltigkeit und Kraft der Metapher ihren Kulminationspunkt. Kein Bild erscheint hier gesucht, jedes ist natürlich und an seinem Platze. Die Ursache dieses Metaphernreichtums liegt in des Meisterschaft der Sprache, die der Dichter jetzt erreicht hat und in der gewaltigen Leidenschaft, die das ganze Stück durchglüht.“ id. S. 9— 10: „Fast drei Viertel aller Metaphern finden sich bei Rac. wiederholt. Dieser Umstand bezeichnet hin- länglich den schablonenmäßigen Charakter der Racineschen Metapher, und selbst die nur einmal vorkommenden Bilder sind weder ungewöhnlich noch sind sie neue Schöpfungen Racines. Er war durch den Geschmack des französischen Hofes und der feinen Gesellschaft in der Wahl des bild- lichen Ausdrucks beschränkt. Alles Ungewöhnliche mußte vermieden werden. Es prägt sich also in den Metaphern der Tragödien Racines nicht der individuelle Charakter des Dichters aus; aber in der Anwendung der ihm erlaubten Metaphern zeigt er seine Meisterschaft. Das Charakteristikum seiner Sprache ist zwar Klarheit und Einfachheit, aber er weiß auch zugleich durch geschickte und kühne Verbindungen der an sich höchst einfachen Metaphern zu glänzen und eine Wirkung hervorzubringen, die von wenigen wieder erreicht ist.“
383. On dit meme, et ce pruit remplit toute la ville Brueys, Gabinie.
385. les rivages sombres ist ein gewöhnlicher Dichterausdruck; dafür auch der Sing.; das Adj. steht nicht selten voran;— vgl. Schillers„düsterer Strand, dunkler Strand“.
386. Zwischen et und s'est montré kordert die strenge Grammatik qu'il; vgl. Vaugelas 2, 143 fk.
387 f. Styx, des morts Téternel séjour Qui n'est plus passable au retour, Gilles Durant in Sat. Mén.; le bord qu'on ne peut repasser Ronsard; ripam irremeabilis undae Virg.; invius retro lacus Sen.; auch an Catull denkt man unwillkürlich: Qui nunc it per iter tenebricosum Illuc unde negant redire quemquam;„aus des Bezirk kein Wanderer wiederkehrt“.
389 f. Vgl. 520 und Hölder S. 366.
390. Die gewöhnliche Verbindung wäre pénétrer dans;— Suivi des plus hardis pénètre cette enceinte Laharpe, Warwick.
395. tremblante ist adj.; aber an tremblant, wenn es der Vers zuließe, hätte man keinen Anstoß genommen.
396. de ist nicht etwa von demande abhängig, sondern von avis; stünde hier der Dat. der Person, so wäre leurs avis erforderlich.— Vgl. 360.
400. Le nom de Mardochée est-il connu de toib Esth. 420; aber v. 37 la cause m'est connue. Als Partizip sollte connu nur mit de verbunden werden; oft findet sich aber auch der Dativ, besonders beim pers. Fürwort; dann ist connu adjektivisch gebraucht.


