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me nuit, et conspire à me nuire.— Man braucht nicht so weit zu gehen wie Becç de Fouquières, Traité général de versif. fr. in den Kapiteln über Alliteration und Assonanz, um die mächtige Wir- kung anzuerkennen, die Racine durch jene beiden Kunstmittel oft, scheinbar ungesucht und ohne Aufdringlichkeit, hervorbringt, natürlich bei Hörern, die nicht ganz der französischen aures teretes et religiosae entbehren.
162. Tous ses projets semblaient lun l'autre se détruire Ath. 887. Das rückbezügliche Fürwort darf auch beim reziproken Verb nicht fehlen; also wäre nicht anzunehmen des mouvements d'esprit l'un l'autre détruisants Jean de Schélandre.
163. injustes desseins= dein ungerechtes Beginnen, nämlich den Tod zu suchen.
164. Vgl. zu 145.— nos mains vgl. zu 228= du triebst uns an, die Hände geschäftig zu rühren und dich zu schmücken.
165. premier= passé 826. O reine rappelez votre force première, Que vos yeux sans horreur s'ouvrent à la lumière Volt. Sémir 1, 5; Eine gleiche Entlehnung bei Laharpe, Philoctète 1, 4: rappelant votre force première. Das Eigenschaftswort premier wird von Dichtern sehr oft hinter das mit Artikel versehene Subst. gestellt, aber auch mes yeux reprenant leur première vigueur Andr. 63. In Prosa sind nur einzelne Ausdrücke gebräuchlich wie cause, matière, instruction première.
168. hair= dem innern Widerwillen Ausdruck verleihen, tadeln, verwünschen; vgl. zu 22. 169. triste= unglücklich 1333. 1562; ebenso mhd. trúric; auch Schiller übersetzt„traurig“. 170. oser= dürfen, können; öfter steht es ohne die Bedeutung„wagen“; vgl. eö*⁵⁴œν etva.
172. pour la dernière fois 1154; bei Rac. einige zwanzigmal; natürlich weniger oft ist pour la première fois; pour la première et dernière fois Mithr. 1174. Et tu, lux oculis hodierna novissima nostris Ov. Her. 9; vgl. Soph., Ai. 857; Ant. 809; OR. 1183, was Fénelon übersetzt: O lumière, je te vois maintenant pour la dernieère fois; Eur. Hipp. 57 αοo dE XOlοινιον ενωσ e.
Ohne auf Onone zu horen, spricht Phädra mit steigender Kraft wieder vier Verse, die nun aber einen Satz bildend, mit dem Anruf ihres Ahnen, des Sonnengottes, in der letzten Zeile schmerzlich aushallen.
173. cruelle envie= den grausen Vorsatz, nämlich zu sterben; Théb. 1493. Ah, ne perdrez- vous point cette funeste envie? Brueys, Gabinie.
174. Vous verrai-je toujours.. Muß ich noch immer es sehen, wie du... Durch das Verbum der sinnlichen Wahrnehmung„sehen“ gewinnt der ganze Ausdruck an Gemütstiefe. Weniger eindringlich wäre: wirst du immer noch dem Leben entsagen u. s. w. Schiller, der vous verrai-je nicht überträgt, setzt dafür, um den darin enthaltenen Ausdruck des Mitgefühls nicht aufzugeben: Weh mir, noch immer nährst du, Königin, den traurigen Vorsatz.— Vous verrai-je toujours in- certaine et flottante Languir dans les tourments d'une sinistre attente? sagt die Vertraute zur Heldin bei Blin de Sainmore, Orphanis 1, 1.
176. Que steht in kurzen bejahenden direkten Fragen zum Ausdruck der Ungeduld oder des Unwillens statt pourquoi, auch wenn das Subjekt ein Subst. ist: Que tarde Xipharès Mith. 1131; ist die Frage verneint, so folgt bloßes ne. Vgl. zu 158.
176 f. Un coursier.. qui dans la carrière S'est couvert mille fois d'une noble poussière Boil., Sat. 5; Dégouttant de sueur et d'une honnéte crasse sagt Ph. von Hipp. bei R. Garnier Hipp. 1034.— Bei Euripides schwärmt Ph. von Hainen mit Pappeln und Fichten; Racine aber konnte in der Tra- gödie so enge Ausdrücke nicht verwenden; das wäre nicht vornehm und edel genug gewesen; Worte wie sie R. Garnier in der angeführten Stelle ohne Bedenken braucht, waren in der klassischen höhern Dichtung ganz unmöglich geworden; sie galten als niedrig, erregten unangenehme Vorstellungen, waren nicht hoffähig. Diese Scheu vor dem mot propre mußte oft zur périphrase zwingen. Heinrichs IV. poule au pot konnte durchaus nicht wörtlich angebracht werden, und man half sich mit weitläufiger Umschreibung. In dieser Hinsicht ist aber auch Schillers Ubersetzung des Shakespeareschen Macbeth


