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92. le cours ist ein Racinesches Lieblingswort; abréger le cours ist ungewöhnlich, viel häufiger ist arrèéter le c. Théb. 71 var., 909. 1058. 1331; Al. 48; daneben suspendre, rompre, inter- rompre, borner, troubler.— Sehr streng urteilt über den ausgedehnten Gebrauch von cours Goldbeck in den Beiträgen zur Kritik der franz. Tragödie, Berlin 1864; Progr. der ersten städtischen höhern Töchterschule.
93. Heureux si= wie glücklich, wenn.. Andr. 93; Iph. 1319. 931; Ath. 438. 959. Andere Beisp. bei Rotrou, Boileau. Dieses elliptische heureux ist schon alt: Heureuse, o trop heureuse, Héèélas si seulement les naus dardaniennes N'eussent jamais touché les rives lybiennes Jodelle, Didon 5, 2.— ravir à la mémoire ist ein merkwürdiger Ausdruck;„der Vergessenheit entreißen“ ist gewöhnlich, aber„dem Gedächtnis der Menschen, au souvenir de la postérité, entreißen“, ist kühn.
94. Der Genitiv hängt von dem Subst. ab; vgl. zu 700.
95. Nach lui-même kann beim Verb das pron. pers. conj. fehlen; 970. Bei moi-méme, toi- méme soll es immer stehen, jedoch Toi-mèême me l'as dit Laharpe, Philoctète 3, 3.— Toi-même as cependant tes vallons ténébreux Victor de Laprade.
96. Et le sort jusque-là pourrait nous avilir Volt. Mérope 1, 2.
97. ces lâches soupirs Corn. Pol. 535.
98. un long amas. Zu amas würde man ein anderes Beiwort, grand, gros erwarten; Nicot, 1597, hat nur Verbindungen mit grand; aber neben dem Begriff der Anhäufung hat amas auch den der Aneinanderreihung und Aufeinanderfolge angenommen; vgl. ce long amas de gloire Corn., Nicom. 1023; ce long a. d'honneurs La Motte, Romulus 4, 3; ce brillant a. d'honneurs et de plaisirs Villiers, Ep. 2, 7; ce long a. d'aleux Boil. Sat. 5; Rac. Esth. 457; Mol. Don Juan 4, 4.
98. honneurs bedeutet nicht„Ehren“, sondern„ehrenvolle Thaten“. Bei den französischen Tragikern muß aus dem allgemeinen Worte, das sie mit Vorliebe brauchen, sehr oft der engere Begriff herausgehoben werden. Diese für unser poetisches Gefühl allzuhäufige Verwendung der ab- strakten Wörter, des allgemeinen für das besondere, bildet ein unverkennbares Merkmal in der Sprache der franz. Klassiker; der Ausdruck wird dadurch für unser Empfinden zu wissenschaftlich, zu wenig anschaulich und gegenständlich. Buffon freilich, der Meister des grandiosen Stils, ver- sichert in seinem berühmten discours, daß si l'on joint.. de l'attention à ne nommer les choses que par les termes les plus généraux, le style aura de la noblesse. Dagegen erhebt mit Recht Widerspruch Maury im Essai sur l'Eloqu.: une pareille généralité d'expressions rendrait le style inanimé, vague et déclamatoire. Ce serait un systéème absolument opposé à la méthode des anciens, qui, loin de préfèrer les termes généraux, se faisaient au contraire une règle de tout individualiser dans le choix des mots.
99. aucun soll nach der Lehre der meisten Grammatiker auch als negatives Pronomen nicht im Plural gebraucht werden, außer bei pluralia tantum und bestimmten Hauptwortern, die eine ge- wisse Bedeutung nur in der Mehrheit haben, z. B. gages. Die Regel ist weder etymologisch, noch logisch begründet, und so findet sich aucuns.. ne in alter und neuer Zeit auch in andern Fällen. Vgl. Plattners Gr. und besonders Littré.
98— 99. Qu'un long... Qu'aucuns. Diese beiden Sätze sind der Form nach einander bei- geordnet, dem Sinne nach aber ist der erste dem zweiten gegensätzlich untergeordnet: Um so ver- ächtlicher bin ich, weil ich nichts geleistet, während Theseus...
100. faillir ist veraltet; jetzt eher pécher, faiblir.
101. Statt pourrait s'étre adoucie hätte dem Nachsatze mehr entsprochen aurait pu s'adoucir, aber diese Wendung hätte nicht nur die Reimfolge gestört, sondern auch in der Versmitte einen unmöglichen Hiatus hergestellt.— Es verlohnt sich bei Racine gar wohl, nicht nur das, was er ge- schrieben hat, zu durchdenken, sondern auch den Kunstgründen nachzuforschen, die ihm die regel-
rechte Form aufdrängten, so jedoch, daß diese Form frei beweglich und ungezwungen erscheint. 2


