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27. suivre son devoir=„dem Gebote seiner Pflicht folgen“ erscheint natürlich öfter bei Corn., dem Dichter der willensstarken Selbstbeherrschung; vgl. Andr. 1354; Bér. 551.
29. Et depuis quand, seigneur Iph. 13; Baj. 3; Brit. 715. Die verwunderte Frage mit depuis daand steht dreimal Corn. Théod. 1208—1210.
présence, das sonst von belebten Wesen gebraucht wird, findet sich, wenn auch selten, bei Dingen in der Bedeutung von aspect. Vous allez de la mort affronter la présence Baj. 694.— Das Gegenteil von présence des lieux ist Car l'absence des lieux ne peut rendre effacée L'amour bei Ron- sard, Elégie.
30. Jupiter.. n'afflige plus des lieux si chers à ton enfance Crébillon, Idoménée 1, 2; Eh bien, veut-on toujours ravir à ma présence Les habitants des lieux si chers à mon enfance? Volt. Alzire 3, 2; Tabandonnai des lieux si chers à mon enfance PLCourier, Pétition pour les villageois. Alexandriner finden sich öfter in Prosa bei Courier und andern Autoren, besonders bei Diderot, wo sie z. B. im Père de famille zu Dutzenden auftreten; vgl. zu v. 1004.— Daß Courier unsere Stelle im Sinne hatte, unterliegt keinem Zweifel; Racinesche Verse treffend anzuführen, gehörte zu den Feinheiten seiner künstlerisch berechneten Schreibart.
31. et dont. Wenn ein Relativsatz einer attributiven Bestimmung beigeordnet ist, so muß er durch das Bindewort eingeleitet werden; vgl. 44. Das Französische stimmt hierin mit dem Latei- nischen, im Gegensatz zum Deutschen; doch auch bei nus findet sich dieses„und“:„Ich werde eine fromme Frau an Ihnen haben, und die nicht stolz auf ihre Frömmigkeit ist“= und zwar; Lessing, Emilia Galotti 2, 7. Vgl. besonders R. Großer in der Zeitschr. für das Gymn.-Wesen Sept.-Heft 1884.
32. Athène ohne’s ist in der Dichtung des Verses wegen erlaubt.
33. ou plutôt„oder vielmehr“ klingt uns prosaisch; Schiller übersetzt es nicht; vgl. zu 740, 1085. Quelle raison subite Presse votre départ ou plutôt votre fuite? Bér. 667.
34. Mais ce temps-là n'est plus Mith. 1041; Brit. 91; Bér. 295. Warum ist die bejahende Form„die glückliche Zeit ist vergangen“,„ils sont passés, ces jours de fèête“ weniger poetisch als die Verneinung„das waren Tage, die nicht mehr sind“? Weil dort nur eine Thatsache aus- gesprochen wird, hier aber das Gefühl, Bedauern und Sehnsucht, sich kundgiebt. Darum klingen so innig Chamissos Verse: Wir waren in Tagen, die nicht mehr sind, getreue Gespielen.— Der zweite Halbvers steht ebenso Brit. 1583; Corn., Soph. 575. 917.
37. j'entends. v. 1422; Ath. 669. Gewöhnlicher je vous ent. Theramen versteht den Hippolyt nicht richtig; mit Phädra war gleichzeitig Aricia nach Trôzen gekommen, vgl. 930; aber Hippolyts Worte konnten füglich nicht anders aufgefaßt werden als in dem Sinne, den ihnen Th. unterlegt.
38. plesser= beleidigen, wehe thun, offenser la vue, les yeux, les regards de qn. ist ein beliebter Ausdruck, auch bei Corn., Rotrou, Boileau, Créèbillon. Wohl zu unterscheiden sind die Fälle, wo blessé„von der Liebe verwundet, getroffen, berührt, verliebt“ heißt.
39. Das vorangehende Appositum dangereuse maratre bezieht sich anakolutisch auf die durch das possess. Fürw.(son) angedeutete Person; vgl. 109 soumise.
40. Hippolyts Verbannung, eine That von Phädras scheinbarer Feindseligkeit, ist Racines Erfindung; darauf hat schon Luneau de Boisjermain hingewiesen. Diesen Gedanken aber konnte R. aus manchen Erzählungen des Altertums genommen haben, besonders aus dem Lieblingsbuch seiner Jugend, Heliodors Athiopika 1, 10 ff., wo der tugendhafte Sohn durch die Ränke der bösen, unsitt- lichen Stiefmutter aus der Heimat getrieben wird; bei Phädra dagegen ist jene That die Folge einer edlern Regung, um sich der Versuchung zu entziehen.
41. sur vgl. zu 73.
44. Vgl. zu 31.
46.„Denn überdrüssig bin ich dieser Sonne“ sagt der sterbende Talbot, Schiller, Jung- frau 3, 6.


