Aufsatz 
Ein Beitrag zur mathematischen Logik
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

nach ſich zieht und außerdem bekannt oder vorausgeſetzt iſt, daß mit Obigem alle möglichen Gründe erſchöpft*) ſind, dann muß auch umgekehrt:

Wenn die Folge F eintritt, der Grund G,

Wenn die Folge F!I eintritt, der Grund G,

Wenn die Folge Fꝰ eintritt, der Grund G:,

Wenn die Folge F eintritt, der Grund G vorhanden ſein.

Auf analoge Art ließe ſich der Beweis verſinnlichen. Doch dürfte unſeres Erachtens ein ſolcher überhaupt kaum nöthig erſcheinen. Wer Sinn und Tragweite des Hauber'ſchen Satzes klar aufgefaßt hat, wird gewiß nicht noch das Bedürfniß eines ausdrücklichen Beweiſes empfinden. Er iſt in einem Grade einleuchtend, daß die Nothwendigkeit, damit aber auch die Zuläſſigkeit eines ſolchen zweifelhaft wird, wofern man es wenigſtens für unangemeſſen hält, eine an ſich zuverläſſige Wahrheit noch durch beſondere Argumente ſtützen zu wollen. Zu ſeiner Verdeutlichung genügen lediglich, wie uns dünkt, die Principien der Aequipollenz. Es bedarf alſo hierzu keiner Schlüſſe, ſondern nur einer zweckmäßigen Combination von Subſtitutionsurtheilen.

Zunächſt nämlich waltet zwiſchen der urſprünglichen Vorausſetzung unſeres Satzes:

Wenn der Grund G, iſt immer die Folge F, Wenn der Grund G', iſt immer die Folge F, Wenn der Grund G, iſt immer die Folge F:,

Wenn der Grund G', iſt immer die Folge Fe, in Verbindung mit der Annahme, daß uns in G,, G,..... Ge alle denkbaren Gründe ge⸗ geben ſind, und der folgenden Vorausſetzung: Wenn der Grund G, iſt immer die Folge F, Wenn irgend ein anderer Grund, iſt auch eine andere Folge, offenbar nur eine rein äußerliche, formelle Verſchiedenheit. Sodann aber iſt dieſe letztere Form der Vorausſetzung wieder einerlei mit dieſer: Wenn der Grund G und nur wenn G, iſt die Folge F. Da nun außerdem das Urtheil: Wenn der Grund G oder nur wenn G, iſt die Folge F ſeinerſeits iſodynamiſch iſt mit dem Urtheile:

*) Drobiſch(cf. Neue Darſtellung der Logik) iſt der Anſicht, daß die dem Subjecte 2 des Conſequens bei⸗ gelegten Prädicate α,§, eine vollſtändige Disjunction bilden müßten. Dies iſt indeſſen nicht erforderlich; es genügt, wenn α, S, 7 disjunctive Begriffe und nur die dem Subjecte S des Antecedens zugeſchriebenen Prädicate a, b, c eine vollſtändige Disjunction darſtellen.