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Man achtete seinen letzten Willen. Der einfache Holzsarg in der Homburger Familiengruft, der die sterblichen Ueberreste Kasimir Wilhelms in der Reihe seiner tapferen Ahnen birgt, trägt auf einer Kupfertafel nachfolgende Inschrifti), die, von seiner Gemahlin selbst verfasst, zugleich eine treffliche Charakteristik unseres Landgrafen gibt, der vom besten Willen beseelt, vom Un- glück verfolgt, in der Blüte seiner Jahre dahinstarb.
Sie lautet: ²)
Hier ruhet nun die Asch des oben Euch benanten Jedoch an Sinn und Geist vielleicht noch unbekandten Wiss Leser demnach dies, dass die sein Hertz gekennt So wie es wahrhafft war, als folgent, hier benennt.
Es wohnte Gottes Forcht in diesem Edlen Hertzen, So offt mit reu und leyd in innern Seelen Schmertzen Den schnöden Sünden lauff der Jugend höchst beklagt Dies Jesu abgebitt, und besserung zu gesagt. Ich die es offt geseh'n, darff es nicht mehr verschweigen, dass ernstlich Seine reu, aufrichtig Sein bezeigen, Sein Jesus weis es auch, und besser noch als ich, der sieht die demuth an, belohnt Sie gnädiglich. Wer Ihm zu einen Freund sich hatte auserkohren, Dem war mit mund und Hertz die treue zugeschworen, Ich, die Sein Ehgemahl, hab dieses stets verspührt, es ist ein wahrer ruhm, so rarer treu gebührt. Ihm wurde vielmahls bang, an danckbarkeit zu fehlen und suchte immer sich das gute zu erzehlen, das ächte Freunde Ihm dann hier und da erzeigt, Er war mit guth und bluth zu deren Dienst geneigt. Wann dann die mittel hier nach wunsch nicht wolten reichen, So must Er manchmal wohl in diesem Stücke weichen, Da stellte sich alsbaldt ein rechte Schwermuth ein Er würd' in deren Sinn nun wie unwürdig sein. Der Hessen nahmen sagt, dass Tapfer Sein geblüte auch unerschrocknes thun gab Zeignis dem gemühte Ja wo die Grossmuth so das hertz genommen ein, Wie sie bey Ihm gethan, kont es nicht anderst sein Sorgfalt, vorsichtigkeit, auch edle Kunst zu schweigen
¹) Vgl. Joh. Georg Hamel, Hessen-Homburgische Reim-Chronik S. 34 f. und W. E. Becker a. a. O. S. 21 f.; das handschriftliche Original des Gedichtes befindet sich im Hötenslebener Archive zu Darmstadt.
²) Eine kurze Charakteristik des Landgrafen enthält auch folgende eigenhändige Aufzeichnung seiner Ge- mahlin auf einem Zettel, die kurze Zeit nach dem Hinscheiden ihres Gatten erfolgte und als Vorlage diente für die Aufschrift auf der Rückseite des Bildes des Landgrafen Kasimir Wilhelm im Glockenbau des Schlosses zu Darm- stadt:„Dz gemüht meines Seeligen liebsten Casels war Erstl. Gottesfürchtig, treu, dankbahr, sorgfältig, vorsichtig, klug, verschwiegen, demütig, bescheiden, höflich, grossmühtig, tapfer, arbeitsam, gutthätig und mitleidig, mässig im Essen und Trinken, reinlich, ordentlich, kein pracht liebent, Liebhaber nützlicher Schrifften, anständiger
exercises und ein passionirter und erfahrner Jäger.... sanguinisch Melancolisch temperaments, so dass letzteres
oft war predominiert; mittelmässiger Grösse, dick, stark, freundlichen Gesichts und Ansehens. Seine g: 3 historie oder lebenslauf sagt Er gleich dem Jacob genesis cap. 47, V. 9 an Plaruas Nenie und böse ist o meines Lebens und luuges nicht an die Zeit meiner Vätter in Ihrer Wallfahrt. 4
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