Aufsatz 
Die Verwendung unserer Münzensammlung im Geschichtsunterricht
Entstehung
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bezeichnungen waren, z. B. tacig vom Stamm ra-(vgl. Iornu) heißt Gewicht. Die Münzen Aeginas im VII. Jahrhundert tragen noch einen recht primitiven Charakter; sie sind unförmlich dick und ebenso wie die alten lydischen Münzen nur einseitig geprägt. Auf der Rückseite ist das sogenannte quadratum incusum mit 4 oder 5 Feldern. Die Vorderseite zeigt eine von oben gesehene Meerschildkröte mit einer Reihe von Punkten über den Rücken hin. Unsere Sammlung besitzt einen Stater von 12,2 g, was dem Normalgewicht nur wenig nachstehen dürfte, sowie ein Triobolon(½ Drachme) von 2,95 g. Das Gewicht der Drachme betrug etwas über 6 g.

Neubauer III§ 33. Solonische Münzreform.

Die Bedeutung der Neuordnung des Münzwesens durch Solon liegt darin, daß er vom aeginetischen zum eubmischen System überging, um damit seiner Stadt eine andere handels- politische Orientierung zu geben. Dem als Wertmesser umlaufenden Silber wurde als Gewichts- einheit der Stater von 8,7, bezw. die Drachme von 4,36 zugrunde gelegt. Die entsprechende Mine hatte 436 g, das Talent 26 196 g. Ob vor und unter Solon in Athen selbst Münzen geschlagen wurden, ist ungewiß. Jedenfalls sind keine Münzen aus jener Zeit erhalten, die mit unbedingter Sicherheit Athen zugeschrieben werden müßten. Die ältesten nach eubœischem Fuß geschlagenen sogenanntenWappenmünzen(mit Rad, Gorgoneion, Pferd, Eule etc.) sind zwar meistens in Attika gefunden und haben dort kursiert, ihr Prägeort läßt sich jedoch nicht mit Gewißheit feststellen. Man müßte also eigentlich weniger von einer Neuordnung des Münzwesens als von einer Gewichtsreform sprechen. Die ersten durch ihre Auf- schrift als athenisch bezeugten Münzen werden von den meisten Forschern jetzt in die Zeit des Peisistratos gesetzt, um 560.

Unsere Sammlung enthält die galvanoplastische Nachbildung eines besonders gut erhaltenen Tetradrachmons aus der Mitte des VI. Jahrhunderts. Die Vorderseite zeigt den Kopf der Athena mit attischem Helm und Ohrgehänge, die Rückseite eine Eule, hinter der ein Olzweig sichtbar ist, sowie die Aufschrift AOE(Axεονn Eine Anzahl echter Stücke aus dieser Zeit liegen in der Sammlung des Verfassers, die gerade für das attische Gebiet besonders reichhaltig ist.

In künstlerischer Beziehung sind die athenischen Münzen des VI. Jahrhunderts noch sehr unbeholfen. Die Stempelschneider brachten es damals noch nicht fertig, das menschliche Auge im Profil darzustellen und den Gesichtsausdruck anders als durch dasarchaische Lächeln zu beleben.

Bei der Bedeutung Athens im humanistischen Unterricht dürfte es wohl angebracht sein, bereits hier vorgreifend einiges über die spätere Entwicklung des athenischen Münzwesens zu sagen. Die im VI. Jahrhundert geschaffenen Grundlagen bleiben bestehen bis in die makedonische Zeit. Man prägt nach eubœischem Fuß, und zwar in konsequent durchgeführter Silberwährung das Dekadrachmon, das zu den größten Seltenheiten gehört, das Tetra- drachmon, das Didrachmon(oder Stater, ebenfalls selten), die Drachme, das Pento- bolon, Tetrobolon, Triobolon, Diobolon, Trihemiobolion(1 ½ Obolen), den O bl- (= Drachme, Gewicht 0,7 g), das Hemiobolion, das Tetartemorion(¼ Obol). Die letztgenannten Münzchen sind so klein, daß die Athener sie im Munde zu tragen pflegten, wie aus einer ergötzlichen Stelle bei Aristophanes hervorgeht(Eccl. 819 ffl.). Die Darstellung