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Reproduktion gute Dienste; denn abgesehen vom Metallcharakter und Gewicht gibt sie das Original am treuesten wieder. Freilich läßt manchmal die Schärfe zu wünschen übrig. Wo Originale gar nicht zu beschaffen sind, kann man sich zur Not mit ein paar Dutzend solcher Galvanos helfen. Den Abbildungen sind sie meiner Ansicht nach immer noch vorzuziehen. Ist es jedoch zu ermöglichen, so lege man eine kleine Schulsammlung von Originalen an. Ich' kann aus meiner Erfahrung versichern, daß dies keineswegs schwer ist.
Den Grundstock der Münzensammlung des Goethegymnasiums bildeten etwa 200 für den Unterricht meist wertlose antike Münzen, die die Stadt aus den Doubletten ihrer Sammlung der Anstalt überwiesen hatte. Was zunächst an Geschenken von seiten der Schüler dazu kam, war ebenfalls wenig brauchbar. Erst 1909 begann eine planmäßige Vergrößerung der Sammlung, wobei in erster Linie die Verwendbarkeit im Unterricht leitender Gesichtspunkt war. Dazu kamen auch etliche Stücke, die numismatisch interessierten Kollegen oder Schülern Gelegenheit geben sollten auf diesem Gebiete eingehendere Studien zu machen, ohne daß sich eine bestimmte Stelle im Unterricht finden ließ, wo die Münze benutzt werden konnte. Gegenwärtig besitzen wir fast 900 Münzen. Darunter sind 19 Nachbildungen, alle anderen sind Originale. Diese rasche Vermehrung des Bestandes verdanken wir hauptsächlich einer Anzahl größerer Geldspenden, für die wir den Gebern stets dankbar sein werden, sowie der Freundlichkeit jetziger und früherer Schüler unserer Anstalt. Natürlich fehlt uns noch recht viel, und in der unten folgenden Aufzählung wird der Numismatiker manches ihm interessant erscheinende Stück vermissen. Aber Rom ist auch nicht an einem Tage erbaut worden. Besonders groß sind noch die Lücken auf dem Gebiete der Antike. Einige der unten beschriebenen Münzen hoffen wir erst in den nächsten Jahren zu erwerben. Aber da sie dem Unterricht schon jetzt als Leihgabe aus der Sammlung des Verfassers zur Verfügung stehen,¹) so schien es richtig, sie mit aufzuführen und nicht mit dem Erscheinen dieser Abhandlung zu warten, bis sie für die Schulsammlung angeschafft wären.
Die vollständigste Aufzählung der einschlägigen Literatur aus dem Gebiet der antiken Numismatik findet sich bei Moeller S. 33 ff. Eine kurze Ubersicht über die Münzgeschichte, auch des Mittelalters und der neueren Zeit, gibt Kirmis. Ein sehr empfehlenswertes Hand- büchlein zur Einführung ist ferner die 3. Auflage von H. Dannenberg, Grundzüge der Münzkunde, Leipzig 1912, brauchbar ist auch H. Halke, Einführung in das Studium der Numismatik, Berlin 1905. Das Handwörterbuch der Münzkunde von demselben Verfasser ist noch recht verbesserungsbedürftig. Ein Buch, das in keiner Schülerbibliothek fehlen sollte, ist F. Friedensburg, Die Münze in der Kulturgeschichte, Berlin 1909. Spezialwerke über die Münzen der einzelnen Länder sind bei Dannenberg angegeben. Uber Abbildungen antiker Münzen siehe Moeller, S. 39.
Wertvolle Winke für die Anlegung einer Sammlung geben Kohl und Kirmis, doch sind die Preisangaben leider nicht mehr ganz zutreffend. Einen Rat Moellers möchte ich hier wiederholen:„Wer seltenere Stücke und solche von guter Erhaltung sammeln will, wird sich, ist er nicht ein vorzüglicher, stets geübter Kenner, am besten an empfehlenswerte Münz- händler wenden.“ Bei den Frankfurter Münzfirmen(Cahn, J. Hamburger, L. Hamburger, Heß, Rosenberg) habe ich bei meinen Einkäufen für die Schulsammlung sachverständigen Rat und freund-
¹) Dies gilt nur von athenischen, römischen und Frankfurter Münzen.


