Aufsatz 
Die Verwendung unserer Münzensammlung im Geschichtsunterricht
Entstehung
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Eine solche vom Unterricht ausgehende Anleitung zur Verwendung von Münzen soll nun auf den folgenden Blättern gegeben werden, nicht ein Ersatz für die erwähnten Schriften, sondern eine Ergänzung, eine praktische Nutzbarmachung ihrer Anregungen. Nicht die oben genannten Kategorien Moellers und Kohls, sondern die Unterrichtsfächer der Schule sollen die Grundlage der Anordnung bilden.¹) Zunächst soll die Geschichte behandelt werden, später die anderen Fächer, beim fremdsprachlichen Unterricht die zur Schullektüre bestimmten Autoren, beim deutschen Unterricht die Lesebücher der einzelnen Klassenstufen usw. Während nun die Verfasser jener Abhandlungen aus der Gesamtheit des vorhandenen Materials schöpfen, ohne eine bestimmte Sammlung zugrunde zu legen, beschränkt sich die folgende Darstellung auf die Münzensammlung des Goethe-Gymnasiums. Was sie an allgemeinem Werte durch diese Beschränkung verliert, gewinnt sie vielleicht dadurch, daß sie einmal an einem praktischen Beispiel zeigt, welche Werte für den Unterricht in kurzer Zeit unsere Samm- lung besteht erst wenige Jahre geschaffen werden können. Den Numismatikern von Fach wird meine Arbeit nichts Neues bringen. Aber für diese ist sie auch nicht bestimmt. Wer Münzen kennt und liebt, wird bei seinem Unterricht schon von selbst dazu getrieben, sie zu zeigen und die Schüler an seiner Freude daran teilnehmen zu lassen. Der Führung wird er dabei entraten können. Allein die Zahl der Münzenkenner und Münzensammler unter meinen Kollegen ist gar gering. Die Mehrzahl steht diesen Dingen bisher fern, und ihnen, denke ich, wird es nicht unwillkommen sein, einmal die Stellen ihres Unterrichtsstoffs bezeichnet zu sehen, die durch Münzen illustriert werden können. Und um ihnen die Verwendung zu erleichtern, soll bei jeder Münze das hinzugefügt werden, was zur Behandlung im Unterricht notwendig ist. Wer tiefere münzgeschichtliche Zusammenhänge sucht, wird daneben noch gerne zu den Schriften von Kirmis, Kohl, Steuer und Moeller greifen oder sich sonst in der Münzliteratur umschauen. Einige Winke hierfür sollen weiter unten gegeben werden.

Die folgende Aufzählung der im Geschichtsunterricht verwendbaren Münzen geht aus von dem an unserer Anstalt eingeführtenLehrbuch der Geschichte für höhere Lehranstalten von Friedrich Neubauer. Zuerst wird die Nummer des Bandes und der Paragraph angegeben, in dem die zu illustrierende Sache steht, danach folgt ein Stichwort, z. B.Sullas Triumph, alsdann die Beschreibung der hierauf bezüglichen Münze. Die Hinzufügung der Neubauer- stellen wird den Anstalten, an denen das genannte Lehrbuch im Gebrauch ist, die Benutzung dieser Anleitung wesentlich erleichtern. Die etwas allgemeiner gehaltenen Stichworte ermõög- lichen auch den andern sich zurechtzufinden, da sie sich auf Dinge beziehen, die überall im Geschichtsunterricht vorkommen. Bei vielen Münzen genügt nun die einfache Beschreibung von Vorder- und Rückseite nicht, sondern es müssen kürzere oder längere Erläuterungen hinzugefügt werden, bisweilen erscheint mir auch eine etwas eingehendere münzgeschichtliche Auseinandersetzung notwendig, nicht um der Münzwissenschaft willen, die zu treiben wir keine Zeit haben, sondern damit der Lehrer imstande ist, auf Fragen der Schüler eine er- schöpfende Antwort zu geben. Manchmal ist es auch nötig, größere kulturgeschichtliche Zusammenhänge herzustellen, besonders bei den Münzen, die in erster Linie künstlerisch interessant sind. Diese Erklärungen nehmen bei den antiken und mittelalterlichen Münzen

¹) In ähnlicher Weise werden an den Schulen Benutzungskataloge für die Anschauungsmittelsammlungen angelegt.