Aufsatz 
Die Entstehung des ersten Buches der Ilias / von Häsecke
Entstehung
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doch jedenfalls Chryſes) die eigentliche Opferhandlung des Verbrennens und der Libation vornimmt, wobei Jünglinge(εο) ihm aſſiſtieren ag aurdy roy eνραομαα ρσα⁵ν. Wer ſind nun dieſe Jünglinge? Entweder bezieht ſich, wie meiſtens angenommen wird,»eor auf die Schiffsmannſchaft des Odyſſeus; in dieſem Falle dürften gegen die Angemeſſenheit und Klarheit des Ausdrucks ver⸗ ſchiedene Bedenken erhoben werden, oder untereo iſt ein Opferperſonal zu verſtehen, welches auch ſonſt ex officio dem Chryſes zu aſſiſtieren pflegte. Eine Andeutung freilich darüber, welcher Zu⸗ fall Prieſter und Opferdiener am Altare Apollos am Strande des Meeres gerade in dem Moment der Ankunft des Odyſſeus verſammelt hat, fehlt durchaus, was denn zur notwendigen Folge hat, daß die Darſtellung von dem Vorgange beim Opfer bei aller Ausführlichkeit doch unklar iſt. Es wird ſich ſpäter bis zur Evidenz erweiſen laſſen, welchem rein mechaniſchen Verfahren die hier ge⸗ rügte Ungenauigkeit und Unklarheit des Ausdrucks zuzuſchreiben iſt. Nach Beendigung des Opfers findet der Opferſchmaus ſtatt. Nachdem ſie ſich an Speiſe und Trank geſättigt haben, reichen Diener(0590⁴) abermals Wein herum, welcher wie der Zuſammenhang lehrt und auch die Worte andeuten, nicht mehr zum Trinken, ſondern zu einer gemeinſamen Libation beſtimmt iſt. Das anweſende Perſonal vermehrt ſich alſo noch um eine Anzahl von Dienern; denn daß die 05pot, welche den Wein zur Libation herumreichen, nicht mit der Schiffsmannſchaft des Odyſſeus zu identificieren ſind, lehrt auf den erſten Blick der Gegenſatz ob o Ad onrüpas reore- pαντο ποπτοεο und ol d αeννννGμ⁶εεεσι‿ν⁴μοσμ⁵˖dedv 1Adασeναοννπτπ εν ⁴μͤ αι. Man ge⸗ winnt unwillkürlich den Eindruck, als ob man nicht mehr am Strande des Merres, ſondern in der wohl eingerichteten Behauſung des Chryſes ſich befinde; eine darauf bezügliche Andeutung hat freilich der Dichter nicht gegeben, ſo daß wir uns wieder in völliger Unklarheit über den Ort der Handlung befinden. Man vergleiche die Beſchreibung des Opfers Od. III, um ſich zu überzeugen, daß die Darſtellung an unſerer Stelle der Klarheit und Anſchanlichkeit ermangelt, welche zu einem völligen Verſtändnis für den Hörer oder Leſer wünſchenswert, ja notwendig wäre. Nicht weniger auffallend aber als die gerügte Unklarheit in der ganzen Darſtellung iſt der auch ſchon von anderer Seite bemerkte Umſtand, daß das Spendeopfer nach Beendigung des Opfers und Opferſchmauſes erfolgt, während ſonſt mit der Libation begonnen wird; ferner, daß das bei der Spende übliche Waſchen der Hände unerwähnt bleibt. Ob dieſe Umſtände die Annahme einer Interpolation der fraglichen Verſe rechtfertigen, wie Düntzer(homer. Abhandlungen S. 188) glaubt, ſei vorläufig dahingeſtellt; allein das dürfte unbeſtritten ſein, daß der Verfaſſer der Verſe 470. 471 nichts we⸗ niger als ein klares Bewußtſein von der darzuſtellenden Situation gehabt hat. Ein Dichter, der die Darſtellung ganz frei aus ſich heraus erfand, konnte unmöglich eine ſo große Ungeſchicktheit in der Behandlung des Stoffes an den Tag legen; wir vermuten daher, daß wir in der Epiſode nicht ganz das geiſtige Eigentum unſeres Dichters vor Augen haben, und glauben, daß in dieſem Umſtande die Urſache mancher Unklarheit und Undeutlichkeit des Ausdruckes zu ſuchen ſei.

Wir hören nun weiter, daß die Diener den Wein zur Libation herumreichten, jene aber (nämlich die Achäer) die Verſöhnung des Gottes durch feſtliche Geſänge feierten, bis die einbrechende Nacht der Feier ein Ende macht. Darauf legen ſie ſich(die Achäer) an den Haltetauen des Schif⸗ fes zur Ruhe nieder und ſegeln am andern Morgen mit günſtigem Winde wieder ab. Nach dieſen