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Entführung gegen den Willen Achills(aeνovros) durch die beiden Herolde für möglich gehalten hat, noch daß es bei der Wegführung der Briſeis überhaupt zur Anwendung von Gewaltmaßregeln gekommen iſt. Uebrigens hatte auch Achill v. 298 ausdrücklich verſichert, daß er um das Mäd⸗ chen weder mit Agamemnon noch mit irgend einem andern kämpfen werde, hatte alſo auf ge⸗ waltſamen Widerſtand von vorn herein verzichtet. Sollen demnach die Worte riy ga gig deενo- vos danugoy ſich auf die Wegführung der Briſeis durch die beiden Herolde beziehen, ſo entſprechen ſie weder der in 321— 347 dargeſtellten und vorausgeſetzten Situation noch den ausdrücklichen Worten Achills 298. 299. Die Herausgeber haben freilich, ſo viel wir ſehen, nichts zu dieſer Stelle bemerkt, allein wir halten dafür, daß die in derſelben liegende Ungenauigkeit des Ausdrucks für eine unbefangene Betrachtung thatſächlich vorhanden iſt und nur beſeitigt werden kann durch eine Erklärung, welche das Vorhandenſein von Inkongruenzen nicht zugeben will. Wir werden im Verlauf unſerer Unterſuchung auf die beſprochenen Worte noch ein mal zurückkommen und bei der Gelegenheit ſehen, worin die Ungenauigkeit derſelben ihren Grund habe. Denn wenn eine unbefangene Beurteilung allerdings darauf verzichten muß, vorhandene Widerſprüche und Ungenauigkeitem, durch gezwungene Erklärungen zu beſei⸗ tigen, ſo muß ſie doch wenigſtens den Nachweis verſuchen, wie edergleichen Ungenauigkeiten habenentſtehen können.
Die Worte: rüiy ßa iy deroros dxnν˙ ν bezeichnen zugleich einen Abſchnitt. Es folgt darauf mit aurag„Odvogeus die eigentliche Erzählung von der Zurückführung der Chryſeis
durch Odyſſeus, welche des weiteren ausführt, was in den Verſen 398— 312 nur kurz ange⸗ deutet war.
„Aber Odyſſeus“, ſo heißt es,„gelangte nach Chryſe, führend die heilige Hekatombe. Die aber, als ſie nun innerhalb des ſehr tiefen Hafens gekommen waren, zogen die Segel ein u. ſ. w.“ In dem Zuſammenhange dieſer Darſtellung erſcheint das od d' in 432 ohne grammatiſche Beziehung auf ein vorhergehendes Subſtantiv. Wenn es etwa hieße:„Aber Odyſſeus und ſeine Ge⸗ fährten gelangten nach Chryſe,“ ſo hätte oi d' die gewünſchte grammatiſche Beziehung. Man wird mit Rückſicht auf 312 allerdings genötigt, es auf die Schiffsmannſchaft des Odyſſeus zu be⸗ ziehen, allein dieſe Beziehung iſt nach 120 Verſen grammatiſch nicht deutlich genug ausgedrückt. Wir werden ſpäter ſehen, in welchem Umſtande der Grund dieſer Undeutlichkeit zu ſuchen ſei.
Weiter heißt es, daß, nachdem die Segel eingezogen(abgenommen) und in das Schiff gelegt ſind, der Maſt vermittelſt der Haltetane herabgelaſſen und in den Maſtbehälter gelegt worden ſei. Es wird uns alſo die vollſtändige Abtakelung des Schiffes in ausführlicher Darſtellung zur Anſchauung gebracht. Eine ſo vollſtändige Abtakelung findet heutzutage unter gewöhnlichen Ver⸗ hältniſſen nur ſtatt, wenn ein Schiff nach Beendigung einer Seereiſe auflängere Zeit außer Dienſt geſtellt wird. Daß dies auch bereits im homeriſchen Zeitalter Seemannsbrauch geweſen ſei, beweiſen folgende Stellen: Od. XV. 495 ff. XVI. 359. II. I. 485. Od. X, 403. So iſt denn auch von einer Auftakelung und vollſtändigen Ausrüſtung des Schiffes zum Seedienſt nur die Rede, wenn das Schiff längere Zeit außer Dienſt geweſen iſt. Od. VIII. 34. 51. 52. Od. IV. 780 ff. Od. II. 389. 420— 429. XV. 288 ff. Od. IV. 577. Od. XI. 2 ff., Od. XII, 402. Handelt es ſich um einen nur kurzen Aufenthalt am Lande, ſo wird es keinem Schiffer


