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durch die Comparationsgrade coordinirt werden, iſt die Unrichtigkeit von Haa⸗ ſe ¹) ſchon bewieſen worden.— Die Erweiternng des einfachen Satzes iſt von Grieben ganz weggelaſſen, von Weißenborn und Feldbauſch aber unter den beiden Rubriken des attributiven und objectiven Satzverhaͤltniſſes dargeſtellt. Wenn nun hier Weißenborn auch die Appoſition als Attribut auffuͤhrt, ſo hat er derſelben nicht die Stelle angewieſen, welche ihr in der Satzlehre zukommt; denn die Appoſition, als verkuͤrzter Adjectiv⸗ oder Attributivſatz gehoͤrt in die Lehre vom zuſammengeſetzten Sachverhaͤltniß. Er greift alſo auch hier wieder uͤber.
Ludwig hegt die Ueberzeugung, daß jeder didaktiſche Zweck dem hoͤheren, den Schuͤler ſchon fruͤh auf eine richtige Wuͤrdigung der Lebenserſcheinungen und ihrer Beziehungen hinzuleiten, untergeordnet werden muͤſſe.»Dies kann aber, ſagt er in der Vorrede, auf keine andere Weiſe geſchehen, als wenn das Leben in ſeiner nothwendigen Immanenz gefaßt wird, ſo daß jede Beſondererſcheinung auf eine Einheit bezogen wird und in ihr ihren Werth erhaͤlt und die Einheit des Gedankens in den Beſondererſcheinungen ihren correcten Beſtand findet.— Die Sprache ſucht vor Allem das im Leben waltende Geſetz der Beſchrankung, das ſich in jeder concreten Erſcheinung in Ruͤckſicht ihres Weſens, ihres Grun⸗ des und ihrer Beſtimmung geltend macht, in den beſondern Verhaͤltniſſen der Woͤrter zu einander nachzubilden.«—
Er glaubt in dem Begriff der Beſchraͤnkung ein Princip fuͤr die lateiniſche Syntar gefunden zu haben. Da er aber unter dieſem Begriff, welchen er na⸗ mentlich im Hauptſatz mit ſtrenger Conſequenz durchgefuͤhrt zu haben ruͤhmt, nur das zuſammenfaßt, was bei den andern Grammatikern unter attributiven und objectiven Beſtimmungen begriffen wird, ſo hat er zwar eine Art von Einheit hereingebracht, aber nur dem Namen nach, und daher ohne daß damit weder fuͤr die Wiſſenſchaft noch fuͤr den Unterricht etwas gewonnen iſt. Im Gegentheil; der Schuͤler kann leicht durch die Benennung verleitet werden, jene Beſtimmun⸗ gen, die weſentlich verſchieden ſind, fuͤr gleichartig zu halten. Jedenfalls wird an Deutlichkeit gewonnen, wenn man das an ſich Verſchiedene auch als ſolches in der Benennung unterſcheidet. Wie wenig aber dieſes Elementarwerk von Ludwig, hauptſaͤchlich wegen ſeiner philoſophiſchen Faſſung und Sprache, ſich zum Schulgebrauch eignet, moͤgen folgende Beiſpiele zeigen:»Den Grundwoͤr⸗ tern der Sprache(Subſtant. u. Verb.), heißt es Curſ. I.§. 122, liegt das Ge⸗ dankending des reinen Seins zu Grunde; wir ſagen das Gedankending, weil das reine Sein, d. h. das Sein ohne Beſtimmungen, im Leben außer uns nicht vorkommt. Das Sein, als ein Etwas⸗Sein gedacht, erſcheint als Abgeſchloſſenes, gleichſam als Punkt(Moment) und gibt uns das Ding; oder das Sein als ein Etwas⸗Sein erſcheint als Fortlaufendes, gleichſam als Linie und gibt uns den Zuſtand.«
1) In d. Hall. Literaturzeit. 1838. Bd. IV. 2 2


