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wie quia, quod, quum, quidem, quando, post uam, antequam, quin, quo- uumal ut, vhde, Amanaemäba Wenn dnh das Relltid in dleſen Fäu. wörtern gegen die Bezeichnung der logiſchen Form zuruͤcktreten und mit der Zeit ſeiner Bedeutung nach ſich ziemlich abſchleifen mochte, ſo blieb doch gewiß den Roͤmern durch den Relativſtamm noch etwas davon, weniger wohl in klarem Bewußtſein, als dunkel im Sprachgefuͤhl ruhend. Daraus aber, daß der Begriff oder die Bedeutung des Relativum nur zuruͤckgetreten war, erklaͤre ich mir,[und finde darin eine Beſtaͤtigung obiger Behauptung) daß es im goldenen Zeitalter der Latinitaͤt wieder hervortritt, indem quod vor quum, quia, quoniam etc. geſetzt wird, was, ſo viel ich weiß, in den ſchriftlichen Denkmalen von dieſer Zeit nicht vorkommt. Nur einige Beiſpiele aus Cicero.
Ouod quoniam illud negatis, hoc necessario confitendum est. Cic. de Divin. II, 62
Judicat igitur(sapiens) quum agit, officium illud esse. Quod quoniam nunquam fallitur in iudicando, erit in mediis rebus offickum. Cic. de finbb. III, 13.
Ouod quum huius vobis adulescentiam proposueritis, constituitote vo- bis ante ochlos etiam huius miseri senectutein. Cic. p. Cael. 52.
Ouod quum perspicuum sit, benevolentige vim esse magnam, metus imbecillam; sequitur ut. Cic. de Off. II, 3.
Quod quia nullo modo sine amieitia firmam et perpetuam incunditatem vitae teneré possumus etc. Cic. de finbb. I, 20.
Fuͤr uns freilich, die wir das lateiniſche Sprachgefuͤhl nur das Abſtraction annaͤherungsweiſe wieder erſetzen und einigermaßen wiedergewinnen koͤnnen, iſt Jenes gaͤnzlich verloren; allein wenn wir noch das lebendige roͤmiſche Sprachge⸗ fuͤhl beſaͤßen, ſo wuͤrden, glaube ich, diejenigen Grammatiker, welche bei der Ein⸗ theilung der untergeordneten Saͤtze von den grammatiſchen Formen ausgehen, ſich genoͤthigt fuͤhlen, fuͤr die lateiniſche Sprache die Adjectiv⸗ und meiſten Ad⸗ verbialſaͤtze unter die eine Claſſe der Relativſaͤtze zuſammen zu faſſen, darin ader freilich die Scheidung ſtattfinden laſſen in eigentliche(d. h. die bisher ſo genann⸗ ten) Relativpſaͤtze, und ſolche, worin die logiſchen Verhaͤltniſſe des Grundes, der Abſicht u. ſ. w. mehr heraustreten. 1
Nicht nur im Satzbau zeigt ſich, daß die logiſchen und grammatiſchen Ka⸗ tegorien ſich nicht decken, ſondern auch an einzelnen Sprachtheilen, namentlich an dem Individualiſiren, welches ebenfalls bei allen Voͤlkern in vielen
aͤllen auf unter ſich verſchiedene Weiſe ſtattfindet. Und darin gerade liegt die auptſchoͤnheit einer Sprache, daß neben den allgemeinen Beſtimmungen nach
individuelle nebenhergehen oder vielmehr darin verſteckt liegen, ſo daß ſie ſich nicht aus der grammatiſchen Form begreifen laſſen. In dieſen Nebenbeſtimmun⸗ gen ſpricht ſich der eigenthümliche Geiſt, das eigenthuͤmliche Leben einer Sprache aus. Das waͤre eine armſelige Sprache, die blos nach den logiſchen Kategorien


