Aufsatz 
Ueber die dramatische Dichtung Deutschlands im Mittelalter / von P. Häling
Entstehung
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19 Dritte Handlung.

Nach einer durch den heil. Augustinus erfolgten Ankündigung erscheint der Blinde, wird von Jesus geheilt, aber unmittelbar darauf von dem jüdischen Synedrium excommuniciert, und dann von Christus für sich gewonnen.

In der folgenden Abteilung teilt Lazarus seiner Schwester mit, dass er sich dem Tode nahe fühle. Man schickt nach Jesus, aber bis zu dessen Ankunft ist Lazarus ge- storben und begraben. Jesus erweckt ihn, was den Juden Malchus zu dem Ausspruch veranlasst, dass dieses Wunder den Glauben an Christus stärken müsse.

Vierte Handlung.

Die Hohenpriester und Schriftgelehrten halten Rat, während Jesus in Jerusalem einzieht.

Auf die Frage des Petrus an Jesus, wo er das Osterlamm bereitet haben wolle, er- hält er die Antwort, es werde ihm in der Stadt ein Mann mit einem Wasserkrug begegnen, an den möge er sich wenden. Petrus macht sich auf den Weg, findet den Mann und den Ort des Mahles.

Fünfte Handlung.

Nachdem das Mahl bereitet ist und die Jünger sich zu Tisch gesetzt haben, leitet Augustinus die Handlung ein.

Jesus teilt den Jüngern mit, dass Verrat an ihm geübt werde, was die Erschrockenen veranlasst, nach dem Verräter zu fragen. Jesus reicht ihnen Brot, dem Judas aber einen eingetauchten Bissen, worauf die Einsetzung des Abendmahles erfolgt. Während derselben entfernt sich Judas und geht zu den Hohenpriestern und Schriftgelehrten.

Jesus wäscht den Jüngern die Füsse, obwohl sich Petrus widersetzt. Hierauf er- klärt er ihnen die vollzogene Handlung und kündigt ihnen an, dass sie ihn noch in dieser Nacht alle verlassen würden. Dann begiebt er sich zum Oelberg, betet daselbst und findet bei seiner Rückkehr die Jünger schlafend. Nachdem er sich wieder entfernt und gebetet hat, erscheint Judas mit der Tempelwache. Er küsst den Heiland und giebt sich ihm zu erkennen, der dann gefangen wird. Petrus haut dem Malchus das Ohr ab, was zu einer komischen Scene Veranlassung giebt.

Sechste Handlung.

Eingeleitet wird sie von Augustinus, der in seinem Prolog meldet, dass das darzu- stellende dem Bericht des Evangelisten genau entspreche. Während Jesus zu Annas geführt wird, klagt Maria über die Jesus widerfahrene Behandlung und lädt die Frauen ein, sie zu begleiten.

In dem bei Annas stattfindenden Verhöre wird Jesus von Rufus geschlagen und der beabsichtigten Tempelzerstörung angeklagt. Nach dem freimütigen Bekenntnis Christi zer- reisst Annas sein Kleid und übergiebt Jesus der Bestrafung.

Die Juden misshandeln Christus, Petrus verläugnet ihn, der nunmehr zu Pilatus weg- geführt wird.

Zu Annas und Kaiphas, die zurückbleiben, kommt Judas mit dem erhaltenen Gelde, wirft ihnen das Geld hin und erhängt sich.