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nagen ſtets ein winziges, rundes Löchelchen in die Eiſchale, während ein von einem Räupchen verlaſſenes Ei eine unregelmäßig zerfreſſene ffnung zeigt. Sehr häufig wird ein einziges Ei von mehreren, bisweilen ſogar von 12—13 Lärvchen bewohnt. Die Nonneneier ſcheinen von Ichneumonen verſchont zu werden, wenigſtens gelang es Ratzeburg nicht, Schmarotzer aus den⸗ ſelben zu erziehen, obwohl ſie ihm häufig ſcheffelweiſe zur Verfügung ſtanden. Auch Motten⸗ und Wanzeneier ſollen öfter den Angriffen verſchiedener Proktotrypiden erliegen. Ferner erzog Bouché ſolche aus Tönnchenpuppen von Syrphus Ribesii und balteatus. Endlich ſchmarotzen manche bei Cecidomyen, Gallwespenlarven und Blattläuſen. Die Larven der Proktotrypiden, welche nach Ganin's Unterſuchungen eine außerordentliche Formenmannigfaltigkeit zeigen, fertigen ſich bei ihrer Verwandlung Cocons an. Zu den Proktotrypiden gehören auch jene merkwürdigen Inſekten, welche, wie der ſchon erwähnte Agriotypus armatus, zuweilen ins Waſſer gehen, um Phryganiden⸗Larven anzuſtechen. So vermag die eine, Polynema natans, ohne Kiemen zu beſitzen und ohne eine Luftblaſe mit ſich zu nehmen, 12 Stunden unter Waſſer zuzubringen, wo ſie vermittelſt ihrer Flügel munter umherſchwimmt. Eine andere Art, Prestwichia aquatica, bewegt nach Lubbock's Beobachtungen die Flügel unter Waſſer gar nicht, benützt vielmehr zur Fortbewegung nur die Beine. Nach Ganin ſind bei einer in den Eiern von Agrion Virgo ſchmarotzenden Polynema weder im Larven⸗ noch im Imaginal⸗ zuſtand Tracheen vorhanden. Als Atmungsorgan des entwickelten Inſekts dienen nach der Anſicht dieſes Forſchers die mit Blut gefüllten Höhlen der Flügel, welche vielleicht nach Art der Kiemen die Atmung im Waſſer ermöglichen dürften. Wie die Atmung der Larve erfolgt, iſt unbekannt. Über die Entwicklung der Proktotrypiden hat Ganin eingehende Unterſuchungen angeſtellt. Am genaueſten erforſchte er ſie bei einer in Cecidomyia salicina ſchmarotzenden Art von Platygaster. Von den 1—15 Eiern, die ſich im Fettkörper des Wirtes entwickeln, gelangt gewöhnlich nur ein einziges Ei zur vollkommenen Entwicklung. Schon der Embryo zeigt einen ſchwanzartigen Anhang, der wahrſcheinlich der Reſpiration dient. Das erſte Larvenſtudium erinnert lebhaft an die Copepodengattung Cyclops, weshalb es von Ganin auch als cyklopsartiges Larvenſtadium bezeichnet wurde. Die Larve iſt jetzt 0,372 mm lang und erſcheint dem unbewaffneten Auge als kleines bewegliches Pünktchen. Der Schwanz trägt 2 lange, borſtenbeſetzte Äſtchen. Von auffallender Größe erſcheinen die mit Krallen beſetzten Füße, mit welchen ſich die Larve im Innern des Wirtes nach Art der Bandwurmembryonen fortbewegen ſoll. Durch eine von hinten nach vorn verlaufende, ſehr allmälig vor ſich gehende Häutung geht dieſe Larvenform in die nächſte, die zweite, über. Dieſe iſt von der erſten durchaus verſchieden. Alle Anhängſel ſind verſchwunden, der Körper erſcheint völlig ungegliedert, auch haben ſich Farbe und Größe ver⸗ ändert. Die Larve iſt jetzt ca. 0,57 mm lang und 0,33 mm breit. Nach der Häutung erſcheint die dritte und letzte Larvenform. Der Körper zeigt jetzt wieder eine deutliche Gliederung und ungefähr 14 Segmente. Als neue Gebilde treten kleine, hakenförmig gekrümmte Oberkiefer, Tracheen und der Fettkörper auf. Das nun folgende Puppenſtadium dauert, je nach der Temperatur, fünf bis ſechs Tage. Das fertige Inſekt nagt ſich eine kleine, runde Öffnung in die Haut der Cecidomyia und gelangt ins Freie. Ganin hat auch die Entwicklung von Teleas, Polynema und des in den Eiern des Kohlweißlings ſchmarotzenden Ophioneurus beobachtet.


