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einige Zeit in ſeiner Galle verweilt. Nachdem das letztere ſein Gefängnis verlaſſen hat, klettert es im Hohlraum der Urne bis zur Mündung derſelben empor, wobei es ſich tüchtig mit dem Staub der dort befindlichen, jetzt reifen Pollenblüten bepudert. In's Freie gelangt, läuft es alsbald in eine jüngere Urne, um eine Anzahl Fruchtknoten mit ſeinen Eiern zu belegen, indem es gleichzeitig den mitgebrachten fremden Staub auf die Narben der Fruchtblüten überträgt. Normale Fruchtblüten werden dadurch zur Entwickelung keimfähiger Samen angeregt, während der auf mehr oder weniger verkümmerte Gallenblüten verſchleppte Pollen unwirkſam bleibt. Auf dieſe Weiſe findet alſo„augenſcheinlich eine Teilung der Arbeit in folgender Weiſe ſtatt: Sowohl zu den kurzgrifflichen Gallenblüten als auch zu den langgrifflichen normalen Fruchtblüten bringen die zum Ablagern der Eier angelockten Wespen den Pollen herbei, und ſie verſuchen auch in beiderlei Blüten ihre Eier zu legen. Die Gallenblüten ſind eigens für die Aufnahme der Wespeneier vorbereitet, und es entſtehen in ihnen wirklich junge Wespen, aber ihre Narben ſind zur Aufnahme des Pollens nicht geeignet, es entwickeln ſich daher keine Pollenſchläuche und dem⸗ zufolge auch keine keimfähigen Samen. Auf den Narben der langgriffligen normalen Frucht⸗ blüten dagegen entwickeln ſich Pollenſchläuche, und es kommt in dieſen Blüten zur Ausbildung keimfähiger Samen; der lange Griffel iſt aber ein Hindernis für die paſſende Ablagerung des Wespeneies, und es entſtehen daher an dieſen Blüten niemals oder doch nur ſelten Gallen.“ Neuerdings ſind auch Chalcidier beobachtet worden, deren Larven in Gras⸗ und Getreideſtengeln leben und an denſelben Gallen erzeugen. Einige Arten ſollen auf dieſe Weiſe dem Getreidebau Nord⸗Amerika's mehrfach gefährlich geworden ſein. Auch die Nüßchen der Hagebutten, ſowie die Samen verſchiedener Coniferen werden bisweilen von Chalcidier⸗Larven zerſtört.
3. Die Proktotrypiden.
Die Proktotrypiden gehören zu den kleinſten paraſitiſchen Hymenopteren und enthalten die kleinſten Inſekten, die es überhaupt giebt. Im Gegenſatz zu den lebhaft gefärbten Chal⸗ cidiern zeigen ſie eine mehr unſcheinbare dunkle Färbung. Der Legebohrer ihrer Weibchen entſpringt aus der Spitze des Hinterleibs. Wenn auch nicht ſo zahlreich wie die Chaleidier, umfaßt die deutſche Fauna immerhin etwa 150 Gattungen dieſer Miniatur⸗Inſekten. Während nach den Beobachtungen Weſtwood's viele derſelben überaus lebhaft ſind und mit großer Geſchwindigkeit laufen und ſpringen, will Taſchenberg im Gegentheil eine gewiſſe Langſamkeit und Plumpheit an denſelben geſehen haben. Man findet ſie häufig an feuchten Stellen, unter Laub, an Gräſern und Kräutern, einige auch an von der Sonne beſchienenen Lehmwänden und Sandplätzen. Von beſonderem Intereſſe ſind die in den Eiern anderer Inſekten lebenden Arten der Gattung Teleas. Wahrſcheinlich gehörten die von Valisnieri und Zinnani aus Schmetterlings⸗Eiern erzogenen Ichneumonen dieſer Gattung an. Die Arten paraſitieren in den Eiern des Kiefernſpinners, Ringelſpinners, Weidenſpinners und des Mondvogels. Das An⸗ ſtechen von Ringelſpinner⸗Eiern wurde von Ratzeburg mehrfach beobachtet. Die Wespe befand ſich in einem Falle am Rande des Eierrings„ſo daß der Bohrer an der Seite eines Eies in die Baſis desſelben eindringen konnte..... Er wurde rhytmiſch(etwa in dem Tempo eines langſamen Pulsſchlages) hineingeſchoben und wieder herausgezogen, wobei der Vorderkörper der Wespe ſich ebenfalls etwas vor⸗ und rückwärts bewegte. Zuweilen wurden dabei auch die Flügel ein wenig entfaltet, aber nachher gleich wieder zuſammengelegt.“ Die entwickelten Wespen


