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an. In jeder dieſer„Eyerwarzen“— es ſind wohl alte abgeſtorbene Schildläuſe gemeint— fand Friſch 10—12 und mehr dieſer winzigen Wespen..
Die Gattung Eurytoma paraſitiert hauptſächlich bei Borkenkäfern; einige Arten wurden auch aus Eichen⸗ und Roſengallen, ſowie aus Brombeerſtengeln erzogen.
Die ſchönen Torymus-Arten ſchmarotzen bei Gallwespen, zu deren Verfolgung ſie durch den langen Bohrer in hervorragender Weiſe befähigt ſind. Mit demſelben ſtechen ſie die noch weichen Gallen an und belegen die in denſelben ſaugenden Cynips⸗Larven mit ihren Eiern. Dieſer Vorgang wurde zum erſten Male von De Geer beobachtet. Er ſah,„daß ein lang⸗ ſchwänziger Torymus ſich auf eine Eichenblattgalle ſetzte, die Füße hoch in die Höhe hob und den Bohrer ſenkrecht anſetzte. Der Bohrer drang nun allmälig bis an den Bauch ein, wurde dann aber mehrmals auf⸗ und abbewegt, als ſuchte das Inſekt was. Nachdem er vollſtändig wieder heraus⸗ gezogen war, verfuhr die Wespe noch an 2 Stellen derſelben Galle ebenſo, und es iſt daraus anzunehmen, daß das Ei erſt das letzte mal an die rechte Stelle gebracht wurde.“ Ratzeburg machte eine ähnliche Beobachtung an Roſen⸗Bedeguars.
Von exotiſchen Chalcidiern ſind die Arten des Genus Leucopsis wegen ihrer Größe bemerkenswert; ſie ſtellen die Rieſen der Familie dar. Einige Arten dieſer Gattung ſollen bei Wespen und Bienen ſchmarotzen.
Von ganz beſonderem Intereſſe und zugleich wirtſchaftlich hochbedeutſam ſind die pflanzen⸗ bewohnenden Chalcidier, vor allem die ſogenannten Feigeninſekten, welche die Aufgabe haben, die Fremdbeſtäubung des kultivierten Feigenbaumes zu vollziehen. In dem geſchloſſenen urnenförmigen Blütenſtand desſelben ſitzen zweierlei Blüten, Frucht⸗ und Pollenblüten. Die letzteren befinden ſich gewöhnlich an der Urnenmündung, während die erſteren mehr am Grunde der Urne ſtehen. Bei manchen Feigenarten ſind nun die Fruchtblüten ſämtlich oder größtenteils in ſogen. Gallenblüten d. ſ. Blüten mit kurzem Griffel und verkümmerter Narbe umgewandelt. Dies iſt auch der Fall beim ſüdeuropäiſchen Feigenbaum(Ficus carica), von welchem zwei ver⸗ ſchiedene Formen bekannt ſind. Die Urnen der einen enthalten nur Fruchtblüten, die der andern ſind an der Mündung mit Pollenblüten, nach der Baſis zu mit Gallenblüten beſetzt. Zu der erſteren Form gehört der ſeit grauer Vorzeit in Süd⸗Europa domeſtizierte Feigenbaum(Ficus), zu der letzteren die nur zum Zweck der ſog.„Kaprifikation“ in einzelnen Stöcken gezogene wilde Feige(Caprificus). Unter der Kaprifikation verſteht man den ſchon vor unvordenklichen Zeiten von Gärtnern und Landleuten geübten Brauch, Zweige der inſektenbeſetzten reifenden Früchte der wilden Feige an den zahmen Feigenbäumen aufzuhängen, im Glauben, daß durch dieſen Kunſtgriff die Früchte der letzteren größer und ſaftiger würden. Die eigentlichen Vorgänge bei der Befruchtung ſowie die Rolle der Feigeninſekten bei dieſem Akte zu enthüllen, blieb der neueſten Zeit vorbehalten. Große Verdienſte erwarben ſich in dieſer Hinſicht die deutſchen Ge⸗ lehrten Graf Solms-Laubach und Paul Mayer in Neapel. Sie ſtellten folgendes feſt: Das Weibchen eines kleinen Chalcidiers(Blastophaga grossorum) ſchlüpft in die Urne, führt den Legeſtachel längs des Staubwegs einer Blüte ein und ſchiebt ein Ei in die Samenknospe. Die auskommende, fußloſe, weiße Larve, von den Säften des Fruchtknotens zehrend, erfüllt denſelben bald; die Samenanlage geht zu Grunde, und infolge des vermehrten Saftzufluſſes nach dieſer Stelle entſteht ſchließlich eine Galle. Nach vollendeter Entwickelung nagt ſich das un⸗
geflügelte Wespenmännchen ein Loch durch die Gallenwandung, während däs Weibchen noch


