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friſche Puppe von Vanessa Polychloros.„Zuerſt wurde die Spitze des Hinterleibes vertikal aufgeſetzt. Dann kam der Legebohrer lang heraus, wurde dann aber gleich wieder verdeckt, indem die ganze Bauchſeite des wunderbar klaffenden Hinterleibs zum vertikalen Vorderrand wurde und den Bohrer ſchützend und leitend aufnahm. Nachdem der Bohrer wieder aus der Stich⸗ wunde der Puppe herausgezogen worden war, kam er einen Moment zum Vorſchein, verſchwand dann aber wieder augenblicklich, indem die Bauchſeite wieder horizontal wurde. Einmal ſah ich den Bohrer bei der Arbeit auf⸗ und niedergehen. Die Füße ſtanden bei der ganzen Operation meiſt unbeweglich, und nur dann und wann ruckten ſie etwas. Beim erſten Stiche zuckte die Puppe bedeutend; nachher aber verhielt ſie ſich ziemlich ruhig. Stichwunden waren auch durch die Doppellinſe nicht zu bemerken. Beide Wespen, die ich genau verfolgte, gingen träge auf der Puppe umher; nur einmal wurden ſie, während ich dabei ſtand, durch heftige Zuckungen der Puppe aufgeſchreckt und liefen mit ausgebreiteten Flügeln unruhig umher. Sie ſaßen die ganze folgende Nacht auf ihrem Schlachtopfer, und auch den andern Tag bemerkte ich ſie noch bis Mittag.“ Die Entwicklungszeit betrug 4 volle Wochen. Die entwickelten Wespen gelangen durch ſehr kleine Löchelchen an den Seiten der Puppe in's Freie. Manche Pteromalen ſchmarotzen ſelbſt wieder bei Mikrogaſteren. So erzog Ratzeburg aus Mitrogaſter⸗Tönnchen einer Schwammſpinnerraupe zahlreiche Pteromalen, welche die Tönnchen durch nadelſtichgroße Offnungen verließen. Die meiſten Pteromalen leben in Rinden⸗ und Holzkäfern, ſehr viele in Gallwespen, einige in Fichtenzapfen, in Blattwespen, Blatt- und Schildläuſen, in Dipteren und in Spinnen⸗ eiern. Nach Förſter's Beobachtungen paraſitieren einige auch in Schmetterlingseiern. Nees fing Pteromalen faſt zu jeder Tageszeit; im Herbſt, Winter und Frühling unter abgefallenen Blättern, im Sommer teils auf dem Laub der Bäume und Sträucher, teils auf Blüten der Doldengewächſe, der Weiden und Traubenkirſchen. Ratzeburg bezeichnet ſie als ſchlechte Flieger; ſelbſt in der wärmſten Mittagsſonne ſollen ſie die Blätter nur träge umſchwärmen und auch nur langſam auf denſelben umherlaufen. Ein anderer häufiger und forſtlich wichtiger Chalcidier iſt Eulophus xanthopus, ein winziges, glänzend bräunlich⸗ſchwarzes Inſekt, das gewöhnlich in der Raupe von Gastropacha pini paraſitiert. Aus einer einzigen Puppe wurden ſchon 600— 700 Stück dieſes Paraſiten erhalten. Doch iſt es fraglich, ob eine ſo zahlreiche Nachkommenſchaft einem einzigen Weibchen entſtammt; wahrſcheinlich legen mehrere Weibchen ihre Eier gemeinſam in eine Puppe. Unter den Eulophen befinden ſich ebenfalls eine Anzahl ſecundärer Schmarotzer. Ratzeburg beobachtete, daß ſie ſich bisweilen ſprungweiſe fortbewegen. Sie verpuppen ſich meiſtens auf der Ober⸗ oder Unterſeite eines Blattes, ohne ſich jedoch in Cocons einzuſpinnen, und ſcheiden vor der Verpuppung einen anfangs flüſſigen, ſpäter krümlich werdenden Kot ab. Die ſchon von Réaumur beſchriebenen und abgebildeten, concentriſch auf einem Eichenblatt gelagerten Püppchen gehörten ſicher Eulophen an. Ähnliche Püppchen entdeckte ich im Herbſte 1895 an der Unterſeite eines Rüſterblattes. Die meiſten zeigten eine rundliche Offnung in der Bruſtgegend, durch welche die Inſaſſen hinausgelangt waren. In der Mitte der ringförmig liegenden, gelblich braunen Mumienpüppchen konnte ich mit einer ſtarken Luge deutliche Geſpinnſtfäden erkennen. Ratzeburg fand ſolche Püppchen auch auf einem Birkenblatte.
Ueber die Lebensweiſe der artenreichen Gattung Encyrtus liegen verhältnismäßig wenige Beobachtungen vor. Die meiſten wurden aus Schildläuſen, einige auch aus Raupen und Schmetterlingseiern erzogen. Die von Friſch beſchriebenen„Schlupfwespen in den braunen Eyerwarzen an den Pflaumen⸗ und Kirſchbäumen“ gehörten wahrſcheinlich der Gattung Encyrtus


