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in denen Wirte im Larvenzuſtand angeſtochen werden und den Imaginalzuſtand erreichen, gehören jedoch zu den größten Seltenheiten. Der von Boudier beobachtete Fall, wonach Ichneumonen aus bereits genadelten Rüſſelkäfern hervorkamen und ihre Cocons an die Nadeln hefteten, dürfte vielleicht dahin zu rechnen ſein. Die meiſten Ichneumoniden⸗Larven verpuppen ſich im Innern ihres Wirtes. Nur ganz wenige, z. B. einige Ophioniden⸗ und Banchiden⸗Larven bohren ſich durch die Haut ihrer Wirte hindurch, um ſich in der Nähe unter Moos oder ähn⸗ lichen Gegenſtänden einzuſpinnen. Mehrfach wurde beobachtet, daß von Schmarotzer⸗Larven entbundene Raupen ihre natürliche Form behielten. So beſitze ich eine noch deutlich erkennbare Pappelſchwärmerraupe, deren Gäſte durch eine Anzahl kreisrunder Löchelchen der Oberſeite entſchlüpften. Schon oben war vom ſecundären Schmarotzertum die Rede. Ein ſehr intereſſanter Fall dieſer Art wurde von Ratzeburg beobachtet und von ihm als„Ichneumonenkampf“ bezeichnet. Er erhielt einſt aus einem Lophyren⸗-Tönnchen neben 2 ausgebildeten Ichneumonen (Hemiteles areator und Phygadeuon Pteronorum) auch noch die vollkommen entwickelte Wirts⸗ wespe Lophyrus Pini. Wie iſt dieſer merkwürdige Fall der gleichzeitigen Entwicklung des Wirts und zweier verſchiedener Gäſte zu erklären? Ratzeburg nimmt an, daß die Lophyrus⸗ Larve, als ſie von Phygadeuon angeſtochen wurde, ſchon ſoweit in ihrer Entwicklung fortgeſchritten war, daß ſie die ſchädlichen Einwirkungen des Schmarotzers zu überwinden ver⸗ mochte. So ſei auch wahrſcheinlich die Phygadeuon⸗Larve ſelbſt erſt in ſehr vorgeſchrittenem Entwicklungszuſtand von dem ſecundären Schmarotzer Hemiteles angegriffen worden, infolge⸗ deſſen der Wirt und ſeine beiden Gäſte den Imaginalzuſtand zu erreichen vermochten.
Die Atmungsweiſe der Ichneumonen⸗Larven, welche im Innern ihrer Wirte ſchmarotzen, iſt noch wenig erforſcht. Höchſt wahrſcheinlich ſchmiegen ſich die Larven zur Aufnahme der atmos⸗ phäriſchen Luft dicht an die an der Seite des Wirts befindlichen Atemlöcher an.
Die erwachſenen Ichneumoniden⸗Larven ſpinnen ſich zur Verpuppung Cocons von ſehr verſchiedener Beſchaffenheit. Bald ſind dieſe dünn und unvollſtändig, bald völlig geſchloſſen; manche ſind weich, während andere, z. B. diejenigen der Ophioniden, aus mehreren über einander liegenden Häuten beſtehend, von bedeutender Zähigkeit ſind. Im allgemeinen ſind ſie von länglich cylindriſcher Form, weiß, gelblich oder auch andersfarbig. Die Cocons von Ophion merdarius und Banchus compressus zeigen auf dunklem Grunde in der Mitte eine hellere ringförmige Zone.
Die geſellig in ihren Wirten hauſenden Braconiden⸗Larven durchbohren, ſobald ſie ihre Ausbildung erreicht haben, die Haut ihres Wirts, um ſich ſofort ein ſeidenartiges Geſpinnſt anzufertigen. Am bekannteſten ſind die gelblichen Geſpinnſte des gemeinen Microgaster glomeratus, des wichtigſten Schmarotzers unſerer ſchädlichen Gemüſeraupen. Das Hervorarbeiten der Larven aus ihrem Wirte geſchieht, wie Ratzeburg beobachtete, unter häufig wiederholten, wurm⸗ förmigen Bewegungen, wobei die Seitenwülſte ein Zurückgleiten des Tierchens in die Wunde verhindern. Die Anordnung der Cocons iſt ſehr verſchieden. Bei einer ſchon von Réaumur beobachteten Art liegen dieſelben ſymmetriſch wie die Bienenzellen, während die Cocons von Microgaster glomeratus und des durch Vertilgung der Kiefernſpinnerraupen forſtlich wichtigen Microgaster globatus regellos neben einander liegen. Hängende Cocons fertigen verſchiedene Arten der Gattung Perilitus an. Nach Ratzeburg's Beobachtungen an Perilitus unicolor befeſtigt ſich die Larve, ſobald ſie aus ihrem Wirte hervorgekommen iſt, mittelſt eines Fadens


